Home » News » Disziplinarrecht: Extremisten fliegen schneller raus

Disziplinarrecht: Extremisten fliegen schneller raus

Durch eine Reform des Disziplinarrechts lassen sich nun Extremisten schneller aus dem öffentlichen Dienst entfernen. Die Bundesregierung hat den von Bundesinnenministerin Nancy Faeser vorgelegten Gesetzentwurf beschlossen.

1 Min. Lesezeit
Bundesinnenministerin Nancy Faeser
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (Quelle: Henning Schacht / BMI)

Während sich die überwältigende Mehrheit der rund 190.000 Bundesbeamtinnen und Bundesbeamten rechtstreu und integer verhält, beschränken sich extremistische und andere verfassungsfeindliche Vorfälle auf wenige Personen, so das Bundesinnenministerium. Dennoch schädigen auch solche Einzelfälle das Vertrauen in die Integrität des öffentlichen Dienstes nachhaltig.

Das Bundesdisziplinargesetz (BDG) verfüge zwar über Mechanismen, um extremistische und verfassungsfeindliche Vorfälle wirksam zu ahnden. Solche schweren Dienstvergehen führen in der Regel zur Entfernung aus dem Beamtenverhältnis. Solche Verfahren dauern jedoch oft mehrere Jahre.

Um eine deutliche Beschleunigung zu erreichen, sollen künftig Entfernungen und andere statusrelevante Disziplinarmaßnahmen, zum Beispiel Zurückstufung und Aberkennung des Ruhegehalts, durch Disziplinarverfügung ausgesprochen werden. Das langwierige Disziplinarklageverfahren, mit dem der Dienstherr statusrelevante Disziplinarmaßnahmen vor Gericht beantragen musste, entfällt. Der Ausspruch auch der schwersten Disziplinarmaßnahmen durch behördliche Entscheidung ist nach einer grundlegenden Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2020 verfassungskonform.

Neben der Änderung des Bundesdisziplinargesetzes werden die beamtenrechtlichen Beendigungsgründe bei strafrechtlichen Verurteilungen verschärft. Künftig soll eine rechtskräftige Verurteilung wegen Volksverhetzung bereits bei einer Freiheitsstrafe ab sechs Monaten zum Verlust der Beamtenrechte führen.

Andere interessante News

Geschäftsmann nutzt digitales Tablet mit digitalem Vorhängeschloss zum Datenschutz

Datenschutz als Grundpfeiler für die Selbstbehauptung Europas

Datenschutzbeauftragte sind heute weit mehr als reine Kontrollinstanzen. Auf dem 5. Datenschutztag Rhein-Main-Saar wurde deutlich: Sie können Unternehmen und Behörden helfen, digit...

Close-Up eines optischen CPU-Prozesses

Quantenrisiko für Behördennetze: Der Wettlauf vor dem Q-Day

Verschlüsselte Verwaltungsdaten könnten schon heute abgegriffen und für spätere Entschlüsselung gespeichert werden. Auf der Public IT Security 2026 zeigt die Cyberagentur, warum Po...

Polizei benutzt Rauchbomben gegen Demonstrierende

Politische Gewalt erreicht neuen Höchststand

Politische Gewalt, Hass im Netz und Angriffe auf Amtsträger verschärfen die Sicherheitslage in Deutschland. Die neue PMK-Statistik für 2025 markiert einen Höchststand an Delikten s...