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Handvenenerkennung

Die Handvenenerkennung ist ein hochsicheres biometrisches Verfahren zur Identifikation von Personen, bei dem das Venenmuster einer Hand erfasst und mit einem Referenzmuster verglichen wird. Zur Verwendung kommen entweder die Venen der Handinnenfläche, die Fingervenen oder die Venen des Handrückens.

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Handvenenerkennung
Handvenenerkennungsleser (Foto: PCS Systemtechnik)

Der physikalische Effekt der Handvenenerkennung beruht auf der Tatsache, dass Infrarotstrahlen (Wärmestrahlen im Wellenlängebereich von 7,6 x 10-4 mm) von sauerstoffarmem Blut in den Venen stärker absorbiert werden als im sonstigen Gewebe. Hält man seine Hand vor den Handvenenerkennungs-Sensor, sendet dieser über Infrarot-LEDs Nah-Infrarotstrahlung in Richtung der Handflächen aus. Das sauerstoffreduzierte Blut in den Venen absorbiert diese Infrarotstrahlung mehr als das umgebende Gewebe. Damit kann ein eindeutiges Bild der Venen innerhalb der Hand aufgenommen und für die Erkennung verwendet werden.

Ablauf der Handvenenerkennung

Die Kamera des Handvenen-Sensors erstellt zunächst ein Bild des Venenmusters, das ein Rechner in einem zweiten Schritt in ein Template umwandelt. Dieses Template wird beim Einlernen in eine Datenbank oder auf eine Chipkarte bzw. ein anderes Speichermedium abgelegt. Wie allgemein in der Biometrie, wird bei der Verifikation eines Benutzers, d. h. der Überprüfung seiner Identität, ein hierfür erfasstes Vergleichsmuster mit dem Template des Benutzers verglichen (1:1-Vergleich). Das Vergleichs-Template kann auf einem Identifikationsmedium (Template on card) oder in einem lokalen Speicher (Template on system) gespeichert sein. Bei einer Identifikation (1:n-Vergleich) liegen alle Vergleichsmuster in einer zentralen Datenbank.

Die Venenmuster der menschlichen Hand sind komplex und innerhalb des Körpers vor unbemerktem Ausspähen weitgehend geschützt. Die Position der Venen bleibt zeitlebens unverändert und ist bei jedem Menschen unterschiedlich. Die Handvenenerkennung kann ein vergleichbar hohes Sicherheitsniveau, d. h. ähnlich geringe Falsch-Akzeptanz-Raten, wie die Iriserkennung erreichen (FAR: 0,000.01%, FRR 0,01%), da rund 5 Millionen Punkte bei der Handvenenerkennung von Fujitsu erfasst werden.

Der Markt

Hersteller von Venenerkennungssystemen sind z. B. Fujitsu (Handflächenvenen), Hitachi, NEC, Sony (alle Fingervenen) und Techsphere (Venen der Handrücken). Auf dem Markt gibt es mittlerweile Handvenenerkennungssensoren, die vom BSI zertifiziert sind. Eingesetzt wird die Handvenenerkennung für die Zutrittskontrolle zu Hochsicherheitsbereichen oder die Zugangskontrolle zu Rechnersystemen. In Japan oder Brasilien wird das System in Bankautomaten für den sicheren Zahlungsverkehr verwendet, für die Patientenidentifikation sind laut Fujitsu ca. 2 Millionen Personen registriert (Template on card).

Lizensiert unter CC-BY-SA 3.0 Germany (http://secupedia.info/wiki/SecuPedia:Lizenz)

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