Höchstmaß an Datenschutz für „5G-Rettungsbürger“
Während des Ulmer Schwörmontags wurden erstmals 5G-vernetzte KI-Kameras zur Unterstützung der Einsatzkräfte getestet. Diese ermöglichen die Echtzeitmessung und Einschätzung von Personenströmen. Die DSG datenschutz UG, ein Partner der s.i.g. mbH aus Neu-Ulm, übernahm die Datenschutz-Folgenabschätzung und gewährleistete den Schutz der persönlichen Daten.
Veranstaltungen mit großen Menschenmengen, wie der jährliche ‚Schwörmontag‘ und das begleitende ‚Nabada‘ auf der Donau in Ulm, stellen Einsatzkräfte vor enorme Herausforderungen. Für einen wegweisenden Test mit KI-Kameras, die über den 5G-Mobilfunkstandard vernetzt sind, wurden technische Expertise von BOS Connect und Datenschutz-Know-how von DSG datenschutz UG vereint. Die Bewältigung solcher Großereignisse erfordert innovative Lösungen, um die Sicherheit der Teilnehmer zu gewährleisten, ohne die Datenschutzrechte zu verletzen. In einem wegweisenden Testlauf wurden daher 5G-vernetzte KI-Kameras eingesetzt, um diese beiden Anforderungen in Einklang zu bringen. Für die technische Umsetzung des Tests zeichnete BOS Connect verantwortlich. Dieses Unternehmen stellte sicher, dass die KI-Kameras effektiv eingesetzt werden können, um die Sicherheitslage zu überwachen.
Der Geschäftsführer der DSG datenschutz UG, Tobias Marx, betont: „Ich denke, wir konnten hier einen guten und vor allem rechtssicheren Kompromiss finden. Das Lagezentrum der Stadt hatte alle nötigen Informationen, um das Geschehen effektiv zu lenken und gleichzeitig war die Anonymität der Bürgerinnen und Bürger jederzeit gewahrt.“ Marx betont damit den gelungenen Spagat zwischen Sicherheitsbedürfnissen und Datenschutzrechten.
Die Umsetzung eines solchen Datenschutzkonzepts für den Feldversuch war keineswegs einfach. Hohe technische Anforderungen sowie rechtliche Aspekte mussten sorgfältig abgewogen werden. Tatsächlich hatten mehrere Unternehmen, die von der Stadt Ulm angefragt wurden, aufgrund der Komplexität abgelehnt. Die DSG datenschutz UG nahm die Herausforderung jedoch an. „Natürlich bedeutete das Projekt für uns eine Menge Arbeit“, beschreibt Marx. Die Zusammenarbeit zwischen Marx und seinem Kollegen Andreas Mayer führte dazu, dass das Konzept binnen weniger Wochen umgesetzt werden konnte.
Während der Implementierung wurde deutlich, dass ursprünglich geplante Datenverarbeitungsverfahren aus rechtlicher Sicht problematisch waren. Marx erläutert: „Zuerst sollten die Aufnahmen nachträglich anonymisiert und dann zu Forschungszwecken längerfristig gespeichert werden. Das durften wir nach gemeinsamer Prüfung mit der Projektleitung so nicht absegnen.“ In enger Zusammenarbeit mit BOS Connect wurde schließlich eine technische Lösung entwickelt. Diese ermöglichte eine Anonymisierung der gefilmten Personen direkt auf den Kameras selbst. „Die Besucher des Schwörmontags waren auf den Aufnahmen zu keinem Zeitpunkt individuell identifizierbar“, betont Marx. Dank dieser Innovation steht einer zukünftigen Anwendung des Systems auf großen Veranstaltungen aus rechtlicher und technischer Sicht nichts mehr im Wege.