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Statement: Bodycams ja, aber bitte mit bedachter Nutzung

Die Polizei in NRW soll demnächst verbindlich Bodycams tragen. Das hat Innenminister Reul angekündigt. Eine Pflicht, die Kameras einzuschalten gibt es nicht, nur eine Empfehlung, wenn die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Ein großer Ermessensspielraum macht die Einschaltung zur Ermessenssache der Polizeikräfte. Zweck der Aktion ist es, Konfliktsituationen bei Polizeieinsätzen zu entschärfen.

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Bodycam Polizist
Foto: ©AdobeStock/pcruciatti

In den letzten Jahren hat die Anzahl gewalttätiger Übergriffe auf Polizei, Sicherheitspersonal, Rettungskräfte und Zugbegleiter zugenommen, was die Bedeutung von Bodycams kontinuierlich erhöht hat. Die Vorteile liegen auf der Hand: Zum einen wirken sie abschreckend und können dazu beitragen, potenziell aggressive Situationen zu deeskalieren, um Auseinandersetzungen präventiv entgegenzuwirken. Zum anderen stellen sie ein wichtiges Hilfsmittel für die Erfassung von Beweismaterial direkt vor Ort dar. Dabei geht es nicht nur um Beweise gegen mutmaßliche Verdächtige, sondern auch um Belege dafür, dass der Benutzer der Kamera angemessen gehandelt hat.

„Auch bei dem tödlichen Polizeieinsatz in Dortmund im August 2022 hätte das von Bodycams erfasste Videomaterial als Beweis für die Ermittlungen nach dem Vorfall dienen und bei der Gerichtsverhandlung für Entlastung sorgen können“, so Jochen Sauer, Architect & Engineering Manager bei Axis Communications. Doch waren die Kameras hier nicht eingeschaltet. Laut Ermittlerkreisen wurde die Situation für die Beamten, als der 16-jährige Jugendliche mit einem Messer auf die Polizisten zuging, innerhalb von Sekunden so nervlich belastend, dass keiner mehr an das Anschalten der Bodycams gedacht habe.

„Genau hier liegt der entscheidende Punkt: Wir von Axis Communications sprechen uns klar für das Tragen von Bodycams bei Polizeieinsätzen aus“, so Sauer. „Der Einsatz der am Körper getragenen Kameras macht jedoch nur Sinn, wenn letztere auch smart genutzt werden. Gerade weil Polizeibeamte unter Stress stehen können, müssen die Bodycams so einfach wie möglich und ohne großen technischen Aufwand benutzt werden können. Ziel muss sein, dass die Beamten im Ernstfall so wenig wie möglich manuell verrichten müssen und die Technik ihnen so viel wie möglich abnimmt. Die Interaktion zwischen Mensch und Maschine muss auch hier so funktionieren, dass die Automatisierung technischer Prozesse dem menschlichen Nutzer Mehrwert beim Ausüben seiner Tätigkeit bringt.“

Jochen Sauer schlug vor, dass Bodycams eine Funktion zur automatischen Aktivierung der Videoaufzeichnung enthalten sollten. Er betonte, dass mit einer eingestellten Voralarmaufzeichnung sichergestellt werden sollte, dass der Einsatz einschließlich des Ereignisses, das zur Eskalation geführt hat, erfasst wird, ohne dass der Kamerabenutzer die Aufzeichnung manuell starten muss. Als Beispiel führte er an, dass ein Sensor das Entriegeln des Holsters, der Tasche für eine griffbereit getragene Waffe, erkennen und automatisch eine Aufzeichnung auslösen könnte. Auf diese Weise könnten Vorfälle auch in Stresssituationen erfasst werden, in denen keine Zeit zum manuellen Drücken des Aufnahmebuttons bleibt.

Die AXIS Body Worn Solution verfügt über eine robuste Kamera, Andockstation und Systemsteuerung und kann durch eine offene Systemarchitektur in andere Video Management Systeme (VMS) und Evidenz-Management-Systeme (EMS) integriert werden. Die Bodycam ist leicht, robust und einfach zu bedienen. Sie kann über eine Berührung gestartet und gestoppt werden und puffert bis zu 90 Sekunden vor dem Einschalten. Zudem verfügt sie über intelligente Funktionen zur automatischen Aktivierung der Aufzeichnung, um sicherzustellen, dass ein Vorfall auch ohne manuelle Aktivierung aufgenommen wird.

Quelle: Axis Communications

Jochen Sauer
Foto: Axis

Jochen Sauer, Architect & Engineering Manager bei Axis Communications

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