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Studie: Fertigungsunternehmen sind bedroht wie noch nie

Eine neue Studie warnt Unternehmen in der Fertigungsindustrie vor den Risiken, die von veralteter und nicht mehr unterstützter Betriebstechnik (OT) ausgehen. Die OT stellt eine erhebliche Schwachstelle dar und ist zunehmend Bedrohungen durch Angriffe von Nationalstaaten ausgesetzt. Die Studie hat das Ausmaß dieser Bedrohung aufgedeckt und zeigt, dass es in der Industrie ein großes Bewusstsein für dieses Problem gibt.

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Fertigungsunternehmen
Foto: ©AdobeStock/ProstoSvet

Auf der Hannover Messe 2023 hat das Unternehmen BlackBerry eine neue Studie veröffentlicht, die aufzeigt, dass veraltete und nicht mehr unterstützte Betriebstechnik (Operational Technology – OT) eine erhebliche Schwachstelle für Unternehmen aus der Fertigungsindustrie darstellt. Für die Studie wurden 1.500 IT-Entscheider und Cybersicherheitsexperten aus Nordamerika (USA und Kanada), Großbritannien, Deutschland, Japan und Australien befragt, darunter 250 aus Deutschland.

Laut der Studie erwarten 44 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland ein erhöhtes Risiko von Cyberangriffen im Jahr 2023. 78 Prozent befürchten Angriffe von Nationalstaaten auf die Branche, während 72 Prozent besorgt sind, dass ausländische Regierungen ihre Anlagen ausspionieren könnten. Gleichzeitig gilt die OT-Infrastruktur für 71 Prozent als schwer zu verteidigen.

Shishir Singh, Chief Technology Officer, Cybersecurity bei BlackBerry, erklärt: „Weltweit stehen Fertigungsunternehmen unruhige Zeiten bevor. Nationalstaaten verstärken ihre Überwachung. Das Risiko von Cyberangriffen ist hoch und steigt weiter. Zudem beeinträchtigt die OT-Umgebung in den Unternehmen die IT-Sicherheit. Sie ist größtenteils veraltet und schwer zu verteidigen.“

Singh betont, dass der Bedarf an mehr Cybersicherheit oft den Fortschritt in der Branche behindert, da Manager in Unternehmen, die alternde Hardware und Betriebssysteme nutzen, vor einer großen Herausforderung stehen. Sie müssen bei jeder Modernisierung über alle alten und neuen Endpunkte hinweg für Sicherheit sorgen. Dies sei jedoch schwierig, da es sich um veraltete und isolierte Lösungen handele. Eine moderne und betriebssystemunabhängige Lösung könne jedoch den Schutz auf jeden in Frage kommenden Endpunkt ausdehnen, um das Risiko in der gesamten Infrastruktur von Fertigungsunternehmen zu schließen.

Gefahren und ihre Auswirkungen

Die BlackBerry-Studie zeigt, dass deutsche IT-Entscheider in der Fertigungsindustrie bösartige Malware-Angriffe als die größte Bedrohung betrachten (63 Prozent). Phishing-Angriffe und unbefugter Zugriff durch Insider folgen mit jeweils 50 Prozent. Diese Einschätzungen legen nahe, dass Unternehmen in Deutschland hauptsächlich Angriffe von Nationalstaaten befürchten, die auf Störung und Ausfallzeiten abzielen. Erpresserische Ransomware-Angriffe bereiten den Unternehmen demnach weniger Sorgen.

56 Prozent der befragten IT-Entscheider in Deutschland schätzen die Kosten eines erfolgreichen Cyberangriffs auf 250.000 US-Dollar oder weniger. Im Gegensatz dazu schätzen 47 Prozent der weltweit Befragten die Ausfallzeiten auf nur ein Zehntel dieser Kosten. Weitere 63 Prozent der deutschen IT-Entscheider rechnen mit einem Verlust von Kunden nach einem IT-Sicherheitsvorfall und 59 Prozent glauben, dass dies ihre Beziehungen zu Lieferanten beeinträchtigen würde. Tatsächlich sind die Kosten für ungeplante Ausfallzeiten in der Fertigungsindustrie aufgrund der weltweiten Inflation und höheren Auslastung der Produktionsanlagen erheblich gestiegen. Ein kürzlich veröffentlichter Bericht schätzt die tatsächlichen Durchschnittskosten eines erfolgreichen Cyberangriffs in der Fertigungsindustrie auf 4,24 Millionen US-Dollar – das ist mehr als das 16-fache der Einschätzung der IT-Entscheider.

In einem Vergleichstest von der unabhängigen Testgruppe Tolly Group schnitt die auf künstlicher Intelligenz (KI) basierende Endpunkt-Schutzplattform (EPP) von BlackBerry besser ab als die Konkurrenz.

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