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Wenn Dinge einen „Personalausweis“ bekommen

Digitale Identitäten können den Zugang zur digitalen Welt erheblich zu erleichtern, indem sie Personen sicher und bequem authentifizieren. Doch ihre Relevanz erstreckt sich nicht nur auf menschliche Nutzer. Sie können auch dazu verwendet werden, Gegenstände und Geräte in der digitalen Sphäre eindeutig zu identifizieren und zu verwalten. Ein neuer Bitkom-Leitfaden bietet nun tiefen Einblick in die vielfältigen Möglichkeiten von Self-Sovereign-Identities.

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digital fingerprint
Foto: ©AdobeStock/Parradee

Er führt in die Welt der digitalen Identitäten ein und zeigt auf, wie sie die Sicherheit und den Komfort im digitalen Raum erhöhen können.

Im digitalen Zeitalter sind Identitäten weit mehr als nur der Personalausweis in der Brieftasche. Sie erstrecken sich auf vielfältige Online-Konten, sei es für den E-Mail-Zugang, das Online-Shopping, oder die elektronische Steuererklärung. Doch oft sind diese digitalen Identitäten isolierte Insellösungen, die nicht gerade bequem zu verwalten sind. Noch problematischer ist, dass viele wenig Kontrolle darüber haben, wo ihre persönlichen Daten letztendlich gespeichert werden. Hier könnte die Weiterentwicklung digitaler Identitäten in Richtung Self-Sovereign-Identities (SSI) eine Lösung bieten. Diese ermöglichen es jedem Einzelnen, die Kontrolle über seine eigenen Daten zu behalten und gleichzeitig Online-Identifikationen von der Behördenkommunikation bis zur Kontoeröffnung schneller, bequemer und sicherer zu gestalten.

Der Digitalverband Bitkom hat einen neuen Leitfaden mit dem Titel „Vertrauen stärken: Praktischer Leitfaden zu digitalen Identitäten, SSI & DLT“ veröffentlicht, der aufzeigt, wie dies möglich sein könnte. Clemens Schleupner, Referent für Digitale Identitäten beim Bitkom, betont, dass die aktuellen Identifikationsverfahren im digitalen Raum oft umständlich und wenig akzeptiert sind. Digitale Identitäten könnten diese Prozesse vereinfachen und gleichzeitig dazu beitragen, dass mehr Dienste online angeboten werden können. Die Idee dahinter ist, dass Selbstbestimmung und volle Kontrolle über die eigenen Daten zu den Kernprinzipien des europäischen Wegs in der digitalen Welt gehören sollten.

Allerdings ist ein gemeinsamer europäischer Weg in Deutschland nicht unumstritten. Die Bundesregierung hat beispielsweise beschlossen, bei der Entwicklung einer Digital Identity Wallet keine Blockchain-Technologien zu verwenden, obwohl diese auf europäischer Ebene bereits vielfach erprobt wurden.

Der Bitkom-Leitfaden bietet zunächst einen umfassenden Überblick über verschiedene Arten digitaler Identitäten und Nachweise, von hoheitlichen Nachweisen wie dem Personalausweis oder der eID, über nicht hoheitliche isolierte Identitäten und zentrale oder föderierte Identitäten bis hin zu dezentralen elektronischen Identitäten und SSI. Dabei werden auch die zugrunde liegenden Technologien genauer erläutert. Der Leitfaden beleuchtet die Vor- und Nachteile dieser verschiedenen Ansätze und untersucht regulatorische Fragen im Zusammenhang mit digitalen Identitäten. Schließlich werden mögliche Anwendungsfälle (Use Cases) aufgezeigt. Ein Beispiel könnte die Digitalisierung aller relevanten Dokumente im Zusammenhang mit einem Auto sein, die dann in einer digitalen Wallet für die Eigentümerinnen und Eigentümer verfügbar sind. In der Zukunft könnte sogar das Fahrzeug selbst über eine eigene digitale Identität verfügen, die alle relevanten Dokumente enthält. Wie Schleupner ausführt, sind digitale Identitäten nicht nur auf natürliche Personen beschränkt, sondern können auch Maschinen und juristische Personen betreffen.

Der Bitkom-Leitfaden steht hier kostenlos zum Download zur Verfügung.

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