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Neue Normungsroadmap soll Standards für globale Wasserstofflieferketten schaffen

Fünf deutsche Verbände und Institutionen wollen in den kommenden drei Jahren klären, welche Normen für den weltweiten Handel mit Wasserstoff und seinen Derivaten nötig sind. Das Projekt wird vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert.

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H2, Wasserstoff
Foto: ©AdobeStock/Yingyaipumi

Fünf deutsche Normungs- und Industrieverbände haben am 25. März 2026 das Projekt „Normungsroadmap Wasserstoffderivate und -technologien“ (NRM H2Plus) gestartet. Ziel ist es laut den Initiatoren, innerhalb von drei Jahren zu analysieren, welche Normen und Standards für Produktion, Transport, Speicherung und Nutzung von flüssigem Wasserstoff und Wasserstoffderivaten benötigt werden. Erste Ergebnisse sollen 2027 in einer Roadmap veröffentlicht werden, eine zweite soll 2028 folgen.

Fehlende Regeln bremsen Unternehmen

Hintergrund des Projekts: Für den Transport von Wasserstoff über große Entfernungen werden Derivate wie Ammoniak, Methanol oder sogenannte Liquid Organic Hydrogen Carriers (LOHC) eingesetzt, die den Wasserstoff chemisch binden und so transport- und lagerfähig machen. Laut den beteiligten Organisationen sind die technischen Anforderungen für diese Stoffe bislang kaum geregelt. Während für gasförmigen Wasserstoff bereits eine systematische Normungsanalyse vorliege, gebe es für flüssigen Wasserstoff und seine Derivate keine vergleichbare Grundlage.

Für Unternehmen und Infrastrukturbetreiber erschwert das nach Angaben der Projektträger Investitionsentscheidungen und Infrastrukturplanung. Die Normungsroadmap soll hier Abhilfe schaffen und eine Grundlage für energiepolitische Strategien in der entstehenden Wasserstoffwirtschaft liefern.

Bedarf wächst, Produktion liegt im Ausland

Der Nationale Wasserstoffrat schätzt den deutschen Wasserstoffbedarf Anfang der 2030er Jahre auf 95 bis 130 Terawattstunden. Ein Großteil der Produktion soll in sonnen- und windreichen Regionen außerhalb Europas stattfinden – was funktionierende internationale Lieferketten voraussetzt. Ohne einheitliche Normen für die dabei eingesetzten Derivate fehlt dafür eine wesentliche Voraussetzung.

Die fünf Trägerorganisationen – das Deutsche Institut für Normung (DIN), die Deutsche Kommission Elektrotechnik (DKE), der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW), der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) und der VDMA – laden Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft zur Mitarbeit ein. In thematischen Arbeitsgruppen sollen die Beteiligten konkrete Normungsbedarfe identifizieren und Vorschläge für Standardisierungsprojekte erarbeiten.

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