Brandschutz:: Neuer GDV-Leitfaden für Recyclingbetriebe
Die Zahl der Brände in Recyclingbetrieben und Müllfahrzeugen nimmt zu, oft wegen falsch entsorgter Lithium-Ionen-Batterien. Der GDV warnt vor hohen Brandschäden und fordert mehr Prävention. Ein neuer Leitfaden soll Versicherern und Entsorgungsbetrieben helfen, Risiken besser einzuschätzen und frühzeitig zu minimieren.

Wird ein Akku gequetscht, etwa in der Müllpresse, kann er sich entzünden – und damit zu einer Gefahr für Personal und Betrieb werden. „Mit unserem neuen Leitfaden geben wir Betrieben eine konkrete Hilfestellung, wie sie sich organisatorisch und technisch besser auf diese wachsende Gefahr einstellen können – mit Blick auf den Versicherungsschutz, aber vor allem auf die Sicherheit im laufenden Betrieb“, sagt Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV).
Der Leitfaden wurde gemeinsam mit Sachverständigen und Branchenverbänden entwickelt. Er greift praxisnah die besonderen Herausforderungen der Entsorgungswirtschaft auf und bietet konkrete Empfehlungen für technische Schutzmaßnahmen sowie Hinweise zur Optimierung betrieblicher Abläufe.
Ein besonderes Risiko stellen Einweg-E-Zigaretten (Vapes) dar, die samt Akkus oft achtlos im Hausmüll landen. Laut dem Bundesverband der Deutschen Entsorgungs-, Wasser- und Kreislaufwirtschaft (BDE) kommt es bundesweit täglich zu bis zu 30 Bränden, die auf falsch entsorgte Akkus zurückgehen. Der GDV fordert deshalb nicht nur Verbraucher und Unternehmen zum Handeln auf, sondern auch die Politik: „Unsere Nachbarn in Frankreich und Belgien haben Einweg-Vapes bereits verboten. Die Europäische Union plant ein Verbot ab 2026, doch in Deutschland ist bislang nichts passiert“, kritisiert Käfer-Rohrbach. „Die neue Bundesregierung sollte jetzt zügig handeln.“
Unternehmen sollten jedoch nicht auf gesetzliche Vorgaben warten, sondern bereits jetzt in Brandschutz investieren. Der GDV richtet sich deshalb mit seinem Leitfaden gezielt an Betriebe in der Entsorgungswirtschaft sowie an Industrie- und Gewerbeunternehmen mit ähnlichem Risikoprofil. „Versicherer sind Partner bei der Prävention“, betont Käfer-Rohrbach. „Wer frühzeitig Maßnahmen ergreift, sichert nicht nur den laufenden Betrieb, sondern auch die Versicherbarkeit in der Zukunft.“
Zentral dabei ist die enge Abstimmung mit dem Versicherer: Vorbeugende Maßnahmen sollten gemeinsam geplant und umgesetzt werden, um passgenauen Risikoschutz sicherzustellen. Den umfassenden Brandschutz-Leitfaden gibt es hier zum Download.

Die Feuerwehr bekämpft den Brand von zwei mit Elektroschrott gefüllten Containern in einer Müllverbrennungsanlage in Ginsheim-Gustavsburg.



