Home » News » Sprinkler stoppen Brände früh: Statistik belegt hohe Effizienz

Gezielte Löschung statt Wasserschaden: Sprinkler stoppen Brände früh: Statistik belegt hohe Effizienz

Automatische Löschanlagen greifen schneller ein als oft angenommen – und deutlich präziser. Die aktuelle Statistik für 2025 zeigt: Bereits ein bis zwei Sprinkler genügen meist, um Brände effektiv zu löschen und Schäden erheblich zu begrenzen.

1 Min. Lesezeit
roter Sprinkler
Foto: ©AdobeStock/nukies1234

Im Brandfall zählt jede Minute. Die aktuelle Löschanlagenstatistik des bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. zeigt für 2025 erneut die hohe Effizienz automatischer Löschsysteme. In 84 Prozent der gemeldeten Fälle reichten ein oder zwei Sprinkler zur Brandbekämpfung aus, weitere 6 Prozent wurden mit drei bis fünf Sprinklern gelöscht. Die oft verbreitete Annahme, dass Sprinkleranlagen flächendeckend auslösen, wird damit klar widerlegt.

Präzise Technik minimiert Schäden

Entscheidend für den Erfolg ist das selektive Auslösen der Systeme. Im Brandfall öffnen ausschließlich die Sprinkler in unmittelbarer Nähe des Brandherdes. Dadurch bleibt der Wasserverbrauch gering – deutlich niedriger als bei einem klassischen Löschangriff der Feuerwehr. Gleichzeitig zeigt die Statistik: 93 Prozent der Anlagen aktivierten sich automatisch, 78 Prozent davon während der Arbeitszeit. Das unterstreicht die schnelle Reaktionsfähigkeit bei Entstehungsbränden und die hohe Zuverlässigkeit der Technik.

Wachsende Bedeutung im Holzbau

Die Vorteile der Sprinklertechnik gewinnen insbesondere im modernen Holzbau an Bedeutung. In mehrgeschossigen Holzwohngebäuden und Sonderbauten ermöglichen sie, regulatorische Anforderungen zu erfüllen, die durch die Brennbarkeit des Materials entstehen. Ein prominentes Beispiel ist das Holzhybrid-Hochhaus „roots“ in Hamburg, das erst durch eine redundant ausgelegte Sprinkleranlage genehmigt werden konnte. Gleichzeitig eröffnen sich architektonische Spielräume für sichtbare Holzoberflächen im Innenraum.

Industrie bleibt Hochrisikobereich

Die Verteilung der Brandrisiken bleibt weitgehend konstant. Besonders betroffen sind EDV-Anlagen, elektrische Schaltanlagen und Werkzeugmaschinen. Entsprechend konzentrieren sich die Risiken auf die Metallverarbeitung mit 30 Prozent und die Automobilindustrie mit 18 Prozent. Die Wahl der Löschsysteme erfolgt dabei differenziert: Kohlendioxid-Löschanlagen dominieren mit 64 Prozent beim Schutz von Maschinen, Inertgas-Anlagen mit 30 Prozent im Raumschutz. Ergänzend kommen synthetische Löschgase in sensiblen EDV-Umgebungen zum Einsatz.

Langjährige Datengrundlage mit Aussagekraft

Seit 2006 erfasst der bvfa gemeldete Löscherfolge stationärer Löschanlagen (im Vergleich die Statistik 2022). Die Daten basieren auf freiwilligen Meldungen von Betreibern, Errichtern und Herstellern und bilden kein vollständiges Monitoring ab. Dennoch erlaubt die kontinuierliche Datensammlung belastbare Rückschlüsse auf typische Brandrisiken, Einsatzbereiche und die Wirksamkeit moderner Löschtechnik.

Die hohe Selektivität von Sprinkleranlagen belegt ihre hohe Effizienz bei Entstehungsbränden und minimiert Brand- und Löschwasserschäden.
Quelle Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. (bvfa)

Die hohe Selektivität von Sprinkleranlagen belegt ihre hohe Effizienz bei Entstehungsbränden und minimiert Brand- und Löschwasserschäden.

Andere interessante News

Tageslichtlampe im modernen Büro

Warum Tageslichtlampen am Arbeitsplatz mehr können müssen als nur hell sein

In vielen Büros ist Tageslicht Mangelware: fensterferne Arbeitsplätze, lange Bildschirmzeiten und dunkle Wintermonate belasten Augen, Konzentration und Wohlbefinden. Hochwertige Ta...

Schiff im Abendlicht mit Kommunikationsverbindungen

MARLIN sucht Lösungen für sichere Kommunikation auf See

Mit der MARLIN Challenge suchen Cyberagentur und Deutsche Marine neue Technologien für sichere maritime Kommunikation. Start-ups, Unternehmen und Forschungsteams aus Europäischen U...

Frau berührt Symbol für Wartung (Maintenance) und Reparatur

Predictive Maintenance braucht mehr als Sensoren

Predictive Maintenance gilt als Königsweg gegen ungeplante Ausfälle. Doch der industrielle Alltag ist nüchterner: Ohne belastbare Daten, integrierte Systeme und klare Wirtschaftlic...