KI-Zertifizierung ohne Pflicht: TÜV SÜD zeigt mit Prüfzeichen smarte KI-Qualität
Künstliche Intelligenz wird zunehmend Teil des Alltags – vom selbstfahrenden Transportroboter bis zur energieeffizienten Schiebetür. Doch wie vertrauenswürdig sind diese Systeme wirklich? TÜV SÜD will mit einem neuen Prüfzeichen genau das sichtbar machen – auch ohne gesetzliche Pflicht.

Die Europäische Union hat mit dem AI Act erstmals einheitliche Vorgaben für Künstliche Intelligenz beschlossen. Systeme mit geringem Risiko – etwa in der Gebäudetechnik oder Intralogistik – sind davon weitgehend ausgenommen. Dennoch wächst bei Unternehmen der Wunsch, ihre KI freiwillig prüfen zu lassen. „Viele wollen Verantwortung übernehmen, auch ohne gesetzliche Pflicht“, sagt Benedikt Pulver von TÜV SÜD. Das neue Prüfzeichen dokumentiert, dass ein System transparent bewertet und anhand technischer Kriterien geprüft wurde.
Verbraucherschutz als Wettbewerbsvorteil
Das Label richtet sich an Fachleute ebenso wie an Endnutzer. Bewertet werden beispielsweise Energieeffizienz, Robustheit, Datenverarbeitung oder funktionale Sicherheit. Der Fokus liegt auf Anwendungen mit überschaubarem Risiko – etwa autonomen Fahrzeugen in Lagerhallen, die ihre Wege selbst abstimmen. Ziel ist es, Sicherheit und Qualität auch dort sichtbar zu machen, wo keine Prüfpflicht besteht. Besonders hervorzuheben: Das Prüfzeichen kann mit zusätzlichen Verbraucherinformationen kombiniert werden und ist in mehreren Sprachen verfügbar.
Verantwortung zeigen – auch ohne Regulierung
TÜV SÜD versteht das neue Prüfzeichen als Teil eines modularen Konzepts. Es soll auch künftige Entwicklungen abbilden, etwa eine freiwillige Selbstverpflichtung nach Artikel 69 des AI Acts. „Vertrauen entsteht nicht nur durch Gesetze“, so Pulver. „Freiwillige Zertifizierungen setzen ein starkes Signal – vor allem dort, wo der Gesetzgeber noch keine Vorgaben macht.“

TÜV SÜD will mit einem neuen Prüfzeichen die Vertrauenswürdigkeit von KI-Systemen mit geringem Risiko sichtbar machen.



