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Unternehmerpflichten bei Chemikalien: Mängel in Sicherheitsdatenblättern

Die Europäische Chemikalienagentur (ECHA) hat in einer EU-weiten Überwachungsaktion bei 35 Prozent der Sicherheitsdatenblätter erhebliche Mängel festgestellt. DEKRA empfiehlt daher, diese Dokumente von fachkundigem Personal erstellen zu lassen, um den steigenden Anforderungen gerecht zu werden.

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Wissenschaftler mit Geräten und wissenschaftlichen Experimenten, Laborglaswaren mit chemischer Flüssigkeit für Forschungszwecke oder zur Analyse einer Probe im Reagenzglas im Labor
Foto: ©AdobeStock/CasanoWa Stutio

Betroffen waren vor allem die Angaben zur Gefährlichkeit der Inhaltsstoffe sowie zu den erforderlichen Schutzmaßnahmen. Die Überwachungsbehörden stellten im Abschnitt 8 (Begrenzung und Überwachung der Exposition/Persönliche Schutzausrüstungen) insbesondere folgende Mängel fest:

  • Falsche oder unzureichende Informationen zur persönlichen Schutzausrüstung, darunter unklare oder fehlerhafte Hinweise zu Atemschutzmasken, Schutzbrillen und Schutzanzügen.
  • Unvollständige Angaben zu Schutzhandschuhen, wie fehlende Angaben zum Material, zur erforderlichen Materialdicke oder zur Durchbruchszeit.
  • Fehlende oder unzureichende Informationen zu Atemschutzmasken, etwa zur Filterklasse und zur notwendigen Tragezeit.
  • Fehlende Angaben zu Emissionsschutzmaßnahmen, insbesondere im Hinblick auf technische Lüftungssysteme und Filtervorkehrungen.

Mängel bei chemischen Kenngrößen

Auch im Abschnitt 3 (Zusammensetzung) wurden von den Behörden erhebliche Unzulänglichkeiten festgestellt. Hier fehlten häufig wesentliche Kenngrößen wie:

  • Akute Toxizitätswerte (ATE), die für die Risikobewertung von Chemikalien entscheidend sind.
  • Spezifische Konzentrationsgrenzen (SCL), die die gefährlichen Eigenschaften einer Substanz in Abhängigkeit von ihrer Konzentration beschreiben.
  • M-Faktoren, die zur Einstufung von Stoffen mit umweltgefährdenden Eigenschaften benötigt werden.

Darüber hinaus wurden bei vielen Sicherheitsdatenblättern falsche Einstufungen der Inhaltsstoffe sowie unvollständige Angaben zu einstufungsrelevanten Substanzen festgestellt.

Wichtige Rolle der Sicherheitsdatenblätter

Sicherheitsdatenblätter sind ein zentrales Instrument der Gefahrenkommunikation entlang der gesamten Lieferkette von technischen Chemieprodukten. Sie dienen dazu, die sichere Handhabung, Lagerung und Entsorgung gefährlicher Stoffe zu gewährleisten und gleichzeitig den gesetzlichen Anforderungen zu entsprechen.

Die Chemikalienexperten von DEKRA betonen, dass die Anforderungen an Sicherheitsdatenblätter und Gefahrstoffetiketten kontinuierlich zunehmen. Angesichts der komplexen rechtlichen Rahmenbedingungen und der dynamischen Entwicklung im Chemikalienrecht empfiehlt DEKRA, die Erstellung dieser Dokumente ausschließlich von fachkundigem Personal vornehmen zu lassen.

DEKRA verfügt über mehr als 35 Jahre Erfahrung in der Erstellung von Sicherheitsdatenblättern für Unternehmen aus den unterschiedlichsten Branchen und unterstützt seine Auftraggeber dabei, die gesetzlichen Anforderungen zuverlässig zu erfüllen und die Sicherheit entlang der gesamten Lieferkette zu gewährleisten.

Chemie-Prüfung
Foto: DEKRA

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