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VDE VDI GMM wählt neuen Vorstand: Martin Hoffmann übernimmt Vorsitz

Die Fachgesellschaft für Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik startet mit neuer Führung ins Jahr 2026. Der Bochumer Professor setzt auf Nachwuchsgewinnung und politische Sichtbarkeit der Branche.

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Abstrakter Leitplatten-Hintergrund
Foto: ©AdobeStock/Zafran

Die Mitglieder der VDE/VDI Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik (VDE VDI GMM) haben einen neuen Vorstand gewählt. Laut einer Mitteilung des VDE übernimmt Prof. Martin Hoffmann von der Ruhr-Universität Bochum den Vorsitz der Fachgesellschaft. Als stellvertretende Vorsitzende wurde Prof. Amelie Hagelauer in ihrem Amt bestätigt.

„Wir bedanken uns bei den neuen und alten Vorstandsmitgliedern für ihr ehrenamtliches Engagement und freuen uns auf die Zusammenarbeit mit dem neuen Vorstand“, wird Hoffmann in der Mitteilung zitiert. Als zentrale Aufgaben seiner Amtszeit benennt er die Nachwuchsgewinnung sowie das Ziel, die Mikroelektronik in Gesellschaft und Politik stärker sichtbar zu machen.

Der neue Vorsitzende: Vom Hochfrequenztechniker zum Mikrosystemexperten

Martin Hoffmann leitet seit 2017 den Lehrstuhl für Mikrosystemtechnik an der Ruhr-Universität Bochum. Laut VDE studierte er Elektrotechnik an der Universität Dortmund, wo er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter und bis 2003 als Oberingenieur am Lehrstuhl für Hochfrequenztechnik tätig war. Seine Promotion schloss er 1996 ab, die Habilitation folgte 2003.

Nach Stationen in der Industrie wurde Hoffmann 2006 an das Institut für Mikro- und Nanotechnologien der Technischen Universität Ilmenau berufen. Von 2007 bis 2012 leitete er das Institut als Direktor. An der Ruhr-Universität Bochum koordiniert er das vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte „Forschungslabor Mikroelektronik Bochum“.

Innerhalb der GMM ist Hoffmann kein Unbekannter: Seit der Gründung 2007 leitet er den Fachausschuss 4.7 Mikro-Nano-Integration und gehört dem Steuerungskomitee des MikroSystemTechnik Kongresses an. Dem Vorstand der VDE VDI GMM gehört er seit 2023 an.

Stellvertretende Vorsitzende Hagelauer: Doppelrolle in Forschung und Industrie

Amelie Hagelauer, die als stellvertretende Vorsitzende bestätigt wurde, vereint laut VDE zwei Spitzenpositionen: Sie leitet das Fraunhofer-Institut für Elektronische Mikrosysteme und Festkörper-Technologien (EMFT) und hat gleichzeitig den Lehrstuhl für Mikro- und Nanosystemtechnik an der Technischen Universität München inne.

Die Mechatronik-Absolventin der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg promovierte dort 2013 im Fachbereich Elektrotechnik. Am Lehrstuhl für Technische Elektronik führte sie eine Forschungsgruppe mit 20 Doktorandinnen und Doktoranden im Bereich integrierter Schaltungstechnik. Nach einer Professur an der Universität Bayreuth ab 2019 folgte sie 2021 dem Ruf nach München. Wie Hoffmann ist auch Hagelauer seit 2023 Mitglied im GMM-Vorstand.

Vorstand mit Vertretern aus Hochschule und Industrie besetzt

Neben den beiden Vorsitzenden wurden laut VDE vier weitere Mitglieder neu in den Vorstand gewählt. Prof. Rainer Holmer bringt als Dekan der Fakultät Elektro- und Informationstechnik an der OTH Regensburg die Perspektive der Fachhochschulen ein. Die Industrieseite vertreten Dr. Simon Armbruster, der bei der Robert Bosch GmbH den R&D-Bereich „MEMS Sensor Technology Center“ im Geschäftsbereich „Mobility Electronics“ leitet, sowie Jörg Doblaski als Chief Technology Officer des Halbleiterherstellers X-FAB und Dr. Peter Kanschat, Fellow für „Power System Integration and Packages“ bei der Infineon Technologies AG.

Prof. Jens Anders, Leiter des Instituts für Intelligente Sensorik und Theoretische Elektrotechnik an der Universität Stuttgart, bleibt weiterhin Mitglied des Vorstands.

Die GMM als Plattform für Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik

Die VDE/VDI Gesellschaft Mikroelektronik, Mikrosystem- und Feinwerktechnik wird gemeinsam vom VDE und VDI getragen. Ihr Themenspektrum reicht laut eigenen Angaben von den Basistechnologien der Fertigung von Mikroelektronik und Mikrosystemtechnik über Mechatronik bis hin zur Elektromagnetischen Verträglichkeit.
Die Fachgesellschaft versteht sich als Plattform für den interdisziplinären Austausch zwischen Forschungsinstituten, Unternehmen und Hochschulen. Sie nimmt Einfluss auf die Technologiepolitik und setzt sich für nationale und europäische Forschungsprogramme ein. Ein wesentliches Element der Nachwuchsförderung ist der vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderte Wettbewerb COSIMA (Competition of Students in Microsystems Applications).

Quelle: www.vde.com/gmm

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