Drohnen, KI und vernetzte Sicherheit: Was das Messedoppel in Essen zeigt
Zivile Sicherheit und Verteidigung rücken technisch näher zusammen. Auf der Security Essen und der neuen EUDEX wurde das besonders bei Drohnen sichtbar. Gefragt sind vernetzte Systeme, die Überwachung, Schutz und Gefahrenmanagement zusammenführen.

Drohnen erkunden Gelände, überwachen Anlagen oder werden selbst zum Sicherheitsrisiko. Wie eng zivile und militärische Anwendungen inzwischen zusammenliegen, zeigte das Messedoppel aus Security Essen und EURO DEFENCE EXPO (EUDEX). Nach Angaben der Messe Essen kamen 30.000 Fachbesucher aus 96 Ländern und rund 900 Aussteller aus 49 Nationen. Jeder zweite EUDEX-Besucher besuchte auch die Security Essen.
Drohnen verbinden beide Märkte
Auf der EUDEX standen ferngesteuerte Systeme für Aufklärung, Versorgung und weitere militärische Aufgaben im Fokus. Ein Aussteller präsentierte eine neue Aufklärungsdrohne, die bis zu acht Stunden fliegen soll. Die Security Essen zeigte Anwendungen für Überwachung, Inspektion und den Schutz kritischer Infrastrukturen (KRITIS), aber auch Technik zum Erkennen und Abwehren unerlaubter Fluggeräte.
Für 40 Prozent der EUDEX-Besucher waren unbemannte Systeme und Robotik der wichtigste Themenbereich. Auf der Security Essen interessierte sich jeder Vierte besonders für Drohnen. Weitere Schwerpunkte beider Messen waren Künstliche Intelligenz (KI) und die Vernetzung von Systemen.
Von Robotik bis Bevölkerungsschutz
Die erstmals veranstaltete EUDEX versammelte 365 Aussteller aus 28 Nationen. Zur Security Essen kamen 522 Aussteller aus 41 Ländern; ihre Besucherzahl stieg laut Veranstalter um rund zehn Prozent. Das Angebot umfasste:
- EUDEX: unbemannte Systeme und Roboter, KI und Software, persönliche Schutzausrüstung, Transportboxen, mobile Schutzinfrastruktur, Versorgungs- und Verpackungslösungen, Führungs- und Kommunikationstechnologien, Aufklärung und Überwachung sowie Fahrzeuge und Großgeräte.
- Security Essen: Zutrittskontrolle, Brand- und Einbruchschutz, Video- und Perimetersicherheit, Gefahrenmanagement, Dienstleistungen und Bevölkerungsschutz.
Zu den vorgestellten Neuerungen zählten KI-Agenten für Leitstellen, neue Programmierschnittstellen für Gefahrenmanagementsysteme und die zentrale Verwaltung verschiedener Zutrittstechnologien. Für den KRITIS-Schutz wurden verbesserte biometrische Identifikationsverfahren, leistungsstarke Lichtschranken zur Sicherung von Geländegrenzen und zentrale Alarmierungsanlagen gezeigt.
Vernetzung soll im Alltag ankommen
Bei den Ausstellern ging es auch darum, bislang getrennte Funktionen zusammenzuführen. Klaus Hirzel, Vertriebsgeschäftsführer bei Honeywell Technologies, formulierte den Anspruch, „Brand- und Lebensschutz, Sicherheits- und Zutrittslösungen sowie Gebäudeautomation gemeinsam zu denken und als integriertes Gesamtangebot zu präsentieren“. Technisch wirft das die Frage auf, wie zuverlässig unterschiedliche Systeme im Betrieb zusammenarbeiten. Leistungsnachweise dazu stehen noch aus.
Für Anbieter zählte zugleich der Zugang zu Beschaffern: Laut Messe Essen waren 83 Prozent der EUDEX-Besucher und 76 Prozent der Security-Essen-Besucher an Einkaufsentscheidungen beteiligt. Stefan Houben, zuständig für Verteidigungskunden und politische Beziehungen bei Scania, berichtete: „Wir haben viele qualitativ hochwertige Gespräche geführt und konkrete Termine für die weitere Geschäftsanbahnung vereinbart.“
Ob daraus Aufträge werden, bleibt offen. Der nächste gemeinsame Messetermin ist für den 19. bis 22. September 2028 in Essen angekündigt.



