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Wenn die Tür mitdenkt: Verriegelung und Daten smart verbunden

Türen sollen Einbruchversuchen standhalten und Berechtigte komfortabel einlassen. Im modernen Gebäudebetrieb kommen einige neue Dinge hinzu: Sie soll unter anderem auch ihre Klimabilanz offenlegen. FUHR zeigt auf der BAU 2027, wie Verriegelung, digitaler Zutritt und produktbezogene Daten smart zusammenspielen.

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Nahaufnahme einer Hand, die mit einem modernen Smartphone ein Smartlock öffnet
Foto: ©AdobeStock/Wool World

Die Anforderungen an Türsysteme reichen zunehmend über Schloss und Beschlag hinaus. Für Hersteller, Verarbeiter und Handel zählen auch verfügbare Konstruktionsunterlagen, integrierbare Zutrittslösungen und nachvollziehbare Emissionsdaten. FUHR bündelt diese Themen vom 11. bis 15. Januar 2027 auf der BAU in München. Das Motto „Die Tür von morgen“ beschreibt dabei eine Erweiterung der klassischen Verriegelungstechnik um digitale Funktionen und Informationen.

Mechanische Sicherheit, motorischer Zugang

Zu den angekündigten Exponaten gehört eine automatische Fünffachverriegelung auf Basis des autotronic 836 für einbruchhemmende Türen bis zur Widerstandsklasse (RC) 4. Vier Nebenverriegelungen vom Typ 10 kombinieren jeweils einen Fallenbolzen mit einem Schwenkriegel. Die Entriegelung erfolgt motorisch. Damit verbindet das System mehrere mechanische Verriegelungspunkte mit einer elektrisch unterstützten Öffnung.

Für die digitale Bedienung stellt FUHR seine SmartAccess-Lösungen vor. Sie ermöglichen den Zutritt per Smartphone, Fingerscan oder weiteren Identifikationsmedien. Zusammen mit motorischen Verriegelungen sollen sie unterschiedliche Zugangskonzepte im privaten Wohnbau und in Objektgebäuden abdecken. Für die Planung rückt damit das Zusammenspiel von Identifikation, Ansteuerung und Verriegelung in den Vordergrund.

Produktinformationen für Planung und Handel

Mit dem neuen FUHR Produktportal will das Unternehmen Informationen zentral zugänglich machen. Katalogartikel und kundenindividuelle Produktportfolios lassen sich durchsuchen und filtern. Hinzu kommen technische Zeichnungen, Montageanleitungen, Zertifikate und weitere produktbezogene Unterlagen zum Download.

Der Nutzen liegt vor allem in der durchgängigen Verfügbarkeit dieser Informationen: Türenhersteller und Verarbeiter benötigen sie für Konstruktion, Fertigung und Planung. Handelspartner mit eigenem Onlineshop sollen standardisierte Produktdaten in ihre Systeme übernehmen können. Wie reibungslos dies gelingt, hängt im jeweiligen Einsatz von Datenformaten, Schnittstellen und Aktualisierung ab.

Klimabilanz auf Basis der Stückliste

Auch Nachhaltigkeitsdaten sollen bis zum einzelnen Artikel reichen. Nach eigenen Angaben kann FUHR bereits für jedes Produkt einen individuellen Product Carbon Footprint (PCF) berechnen. Grundlage sind tatsächliche Stücklisten sowie komponentenbezogene Emissionsdaten einschließlich der Herstellung.

Erfasst wird der Fußabdruck in Kohlendioxidäquivalenten (CO₂e) innerhalb der Bilanzgrenze „cradle-to-gate“, also von der Rohstoffgewinnung bis zum Werkstor. Eine Bilanz des gesamten Lebenszyklus ist damit nicht verbunden.

Die Daten sollen Materialien, Herkunft und Zusammensetzung sowie die CO₂e-Anteile aus Materialeinsatz, Produktion und Transport nachvollziehbar machen. Für Türenhersteller und Systempartner entsteht so eine Grundlage für produktbezogene Nachweise.

Große Türflügel und sichere Fluchtwege

Eine großformatige Pivottür demonstriert eine weitere Anwendung. Große Abmessungen und hohe Flügelgewichte verlangen abgestimmte Lösungen für Verriegelung, Dichtschluss und Bedienung. FUHR kombiniert dafür die Automatik-Mehrfachverriegelung autosafe 835 mit einem neuen Motorantrieb für 12 oder 24 Volt. Die DuoSecure-Technologie nutzt Schwenkriegel zur Verriegelung; zusätzliche Fallenbolzen unterstützen den Dichtschluss. Die Öffnung erfolgt motorisch.

Für Flucht- und Rettungswege zeigt das Unternehmen Panik-Mehrfachverriegelungen für ein- und zweiflügelige Türen. Nach Herstellerangaben entsprechen die Lösungen den Europäischen Normen (EN) 179 und EN 1125. Hier muss das Türkonzept zwei Anforderungen zusammenführen: den gesicherten Zugang im Alltag und die zuverlässige Freigabe des Fluchtwegs im Ernstfall.

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