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82 Prozent der deutschen CEOs ändern ihre Strategie : Fokus auf KI und Übernahmen

Die Stimmung in deutschen Chefetagen trübt sich ein: Nur noch 72 Prozent der Vorstandschefs rechnen mit Wachstum in den kommenden drei Jahren – ein neuer Tiefststand. Wirtschaftliche Unsicherheit, geopolitische Risiken und digitale Umbrüche erzwingen neue Strategien. Der KPMG CEO Outlook 2025 zeigt, wohin der Kurs jetzt geht.

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CEO an der Spitze der Firma
Foto: ©AdobeStock/irsak

Der „KPMG CEO Outlook 2025“ offenbart eine deutliche Ernüchterung in deutschen Führungsetagen. Nur noch 72 Prozent der befragten Vorstandschefs erwarten Wachstum ihres Unternehmens in den nächsten drei Jahren – nach 77 Prozent im Jahr 2024, 80 Prozent im Jahr 2023 und sogar 90 Prozent im Jahr 2022. International zeigen sich die Unternehmenslenker mit 79 Prozent optimistischer.

Auch in anderen Bereichen sinkt die Zuversicht: Nur 64 Prozent der Befragten rechnen mit einem weltweiten Wachstum der Wirtschaft, 71 Prozent sehen positive Aussichten in ihrer Branche und 75 Prozent erwarten Wachstum in Deutschland. Ursachen sind vor allem die anhaltende geopolitische Unsicherheit, steigende Kosten und die hohe Regulierungsdichte.

Strategische Neuausrichtung mit Fokus auf KI

Die wirtschaftliche Unsicherheit zwingt viele Unternehmen zum Umdenken. In Deutschland haben 82 Prozent der Vorstandschefs ihre Wachstumsstrategie bereits angepasst oder planen dies in naher Zukunft. International liegt dieser Wert bei 72 Prozent.

Besonders auffällig ist der Anstieg der Übernahmebereitschaft: 58 Prozent der deutschen CEOs halten größere Akquisitionen für wahrscheinlich, die einen spürbaren Einfluss auf ihr Unternehmen haben werden. Im Vorjahr waren es noch 40 Prozent. Weltweit liegt der Durchschnitt in diesem Jahr bei 41 Prozent.

Ein zentraler Hebel für Effizienz und Wachstum ist für viele die Künstliche Intelligenz. 68 Prozent nennen sie als oberste Investitionspriorität, 80 Prozent wollen innerhalb der kommenden zwölf Monate mehr als zehn Prozent ihres Budgets für generative KI einsetzen. Die größten Vorteile sehen die Führungskräfte in besserer Profitabilität, präziseren Entscheidungen und einer verbesserten Datenanalyse.

Allerdings zeigen sich auch Hürden: 70 Prozent kritisieren eine fehlende Regulierung, 62 Prozent sehen ethische Risiken, und jeweils 58 Prozent nennen hohe Kosten sowie mangelhafte Datenqualität als zentrale Herausforderungen.

Digitale Transformation bleibt Druckpunkt

Neben der wirtschaftlichen Unsicherheit bleibt die digitale Transformation eines der größten Themen. 77 Prozent der deutschen CEOs sehen Cyberkriminalität und mangelnde Cybersicherheit als zentrale Risiken, 76 Prozent betonen die Schwierigkeiten bei der Integration von Künstlicher Intelligenz in bestehende Prozesse, und 72 Prozent nennen die Qualifizierung der Belegschaft als entscheidenden Erfolgsfaktor.

Zudem belasten steigende Betriebskosten, geopolitische Spannungen und zunehmende Regulierung die Unternehmensplanung. 77 Prozent nennen Kostensteigerungen als ernstes Problem, 63 Prozent geopolitische Konflikte und 62 Prozent neue Regulierungen. Die Folge: Unternehmen müssen gleichzeitig an mehreren Fronten agieren – technologisch, personell und strategisch.

Investition in Menschen statt Stellenabbau

Trotz der wirtschaftlich angespannten Lage bleibt der Blick vieler CEOs auf Wachstum gerichtet. 86 Prozent planen, in den kommenden drei Jahren zusätzliche Arbeitsplätze zu schaffen – 40 Prozent erwarten sogar einen Zuwachs von über fünf Prozent.
Um den Fachkräftemangel zu kompensieren und die Transformation voranzutreiben, investieren viele Unternehmen in Weiterbildung. 47 Prozent planen kurzfristig Schulungsmaßnahmen für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, während 73 Prozent mittelfristig neue Rollenprofile und Karrierepfade entwickeln. Als größte Herausforderung sehen 30 Prozent die Suche nach qualifizierten Fachkräften mit KI-Kompetenzen.

Fazit: Wandel als Chance

Der KPMG CEO Outlook 2025 zeichnet das Bild einer Wirtschaft im Umbruch. Deutsche Unternehmen reagieren auf Unsicherheit mit Entschlossenheit: Sie investieren in Technologie, Kompetenzen und gezielte Übernahmen. Trotz trüber Konjunkturaussichten gestalten sie aktiv ihre Zukunft.

Damit wird klar: Der Schlüssel zu nachhaltigem Wachstum liegt in strategischer Anpassung, technologischer Innovation und einer starken Belegschaft. Wer diese drei Faktoren miteinander verbindet, kann selbst in Krisenzeiten gestärkt aus dem Wandel hervorgehen.

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