Home » News » bvfa-Statistik: Sprinkleranlagen beweisen Effizienz und Schadensminimierung

bvfa-Statistik: Sprinkleranlagen beweisen Effizienz und Schadensminimierung

Der Bundesverband Technischer Brandschutz (bvfa) hat kürzlich seine Statistik zu Löschanlagen aktualisiert und analysiert. Die Statistik umfasst anonymisierte Meldungen von Betreibern, Errichtern und Herstellern von stationären Löschanlagen aus dem Jahr 2022 und enthält insgesamt 92 Einträge. In allen gemeldeten Fällen konnte der Brand erfolgreich durch die eingesetzte Wasser- oder Speziallöschanlage bekämpft werden. Ein bekanntes Muster aus den Vorjahren zeigt sich auch in diesem Jahr: Sprinkleranlagen löschen sehr selektiv.

1 Min. Lesezeit
Sprinkleranlage
Foto: ©AdobeStock/evening_tao

Laut der aktuellen Löschanlagenstatistik des bvfa wurden im Jahr 2022 65 Prozent aller gemeldeten Löscherfolge durch Sprinkleranlagen mit nur einem oder zwei Sprinklern erzielt. Die Objekte mit hohem Brandrisiko waren erneut EDV-Anlagen (23 Prozent der gemeldeten Brände), elektrische Schaltanlagen (22 Prozent) und Maschinen (16 Prozent). Entsprechend häufig betroffen waren die strom- und maschinenintensiven Branchen Metallverarbeitung (22 Prozent), Automobilindustrie (13 Prozent) und EDV-Dienstleister (10 Prozent). In diesen Branchen werden überwiegend Speziallöschanlagen eingesetzt, im vergangenen Jahr vor allem Inertgaslöschanlagen (37 Prozent) und CO2-Löschanlagen (29 Prozent). In EDV-Anlagen werden auch synthetische (chemische) Löschgase eingesetzt. Sprinkleranlagen wurden in 23 Prozent der Fälle zur Brandbekämpfung eingesetzt, vor allem im Handel.

Die Wirksamkeit der stationären Löschanlagen insgesamt wird durch die Tatsache unterstrichen, dass bei 97 Prozent der Löschvorgänge die Anlagen automatisch auslösten. In 74 Prozent der Fälle geschah dies während der Arbeitszeit, was einen wichtigen Zeitvorteil bei der Flucht und der Brandbekämpfung bedeutet. Außerhalb der Arbeitszeit sind stationäre Löschanlagen die einzige Möglichkeit, die Feuerwehr zu alarmieren und gleichzeitig den Brand bis zu deren Eintreffen einzudämmen.

Die Risikoschwerpunkte in den Branchen EDV, Elektrotechnik und Maschinenbau sind verständlich, da hier sehr hohe Temperaturen entstehen können, insbesondere bei Fehlfunktionen. Elektrischer Strom ist mit 33 Prozent nach wie vor die Hauptursache für Brände in der IFS-Brandursachenstatistik. In Maschinen werden häufig brennbare Schmieröle und Kühlflüssigkeiten verwendet, die sich als Nebel in der Maschine verteilen können. In der Metallverarbeitung kann Werkzeugbruch, Fehlsteuerung oder Trockenlauf der Werkzeuge zur Entzündung des Öl-Luft-Gemisches und damit zu einer Verpuffung mit Folgebrand führen.

Die Löschanlagenstatistik des bvfa beruht auf freiwilligen Meldungen von Betreibern, Errichtern und Herstellern von stationären Löschanlagen seit 2006. Obwohl die Statistik kein umfassendes Monitoring aller in Deutschland installierten Löschanlagen darstellen kann, ermöglicht sie Rückschlüsse auf Risikoschwerpunkte und Löscherfolge.

XXX
Die hohe Selektivität von Sprinkleranlagen belegt ihre hohe Effizienz bei Entstehungsbränden und minimiert Brand- und Löschwasserschäden. Quelle: Bundesverband Technischer Brandschutz e.V. (bvfa)

Andere interessante News

Geschäftsmann benutzt Stift, um das richtige Häkchen im Kontrollkästchen zu setzen

Betrieblicher Brandschutz: Was jetzt verpflichtend ist

Brände zählen zu den gravierendsten Risiken für Unternehmen. Gesetzliche Vorgaben verpflichten Arbeitgeber zu umfassendem Brandschutz. Eine strukturierte Checkliste zeigt, welche o...

Wütende Demonstranten protestieren vor der Polizei

Angriffe auf Einsatzkräfte erreichen neuen Höchststand

Gewalt gegen Polizeikräfte sowie Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdiensten bleibt auf alarmierendem Niveau. Das Bundeslagebild 2024 des Bundeskriminalamtes zeigt: Über hunde...

Halt Polizei - Verkehrskontrolle

Illegale Migration geht erneut zurück

Die Bundespolizei hat bis Ende Dezember 2025 mehr als 62.000 unerlaubte Einreisen festgestellt. Zwar liegt der Wert deutlich unter dem Ausnahmejahr 2023 und auch dem Folgejahr 2024...