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EMV, Cybersecurity, Regulierung: Hersteller stehen vor neuen Hürden

Vernetzte Geräte, Funktechnologien und strengere Vorgaben verändern die Produktzulassung weltweit. Auf der EMV Expo 2026 zeigt TÜV SÜD, wie Prüfungen, Zertifizierung und Cybersecurity zusammenwachsen und warum Hersteller regulatorische Anforderungen künftig ganzheitlich betrachten müssen.

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Konzept von Regulierung, Compliance, Governance, Policies, Transparency, Standards, Laws, Requirements, Rules
Foto: ©AdobeStock/AREE

Vom 24. bis 26. März 2026 präsentiert sich TÜV SÜD auf der EMV Expo in Köln mit einem erweiterten Prüf- und Zertifizierungsportfolio. Im Mittelpunkt stehen Dienstleistungen rund um elektromagnetische Verträglichkeit (EMV), internationale Zulassungen und neue regulatorische Anforderungen. Hintergrund ist eine Entwicklung, die viele Hersteller derzeit beschäftigt: Elektronische Produkte werden komplexer, stärker vernetzt und damit auch regulatorisch anspruchsvoller.

Elektromagnetische Verträglichkeit gilt dabei als grundlegende Voraussetzung für Sicherheit, Funktionsfähigkeit und Marktzugang. Geräte dürfen andere Systeme nicht stören und müssen selbst gegen elektromagnetische Einflüsse geschützt sein. Gleichzeitig wachsen die Anforderungen durch neue Funktechnologien, digitale Funktionen und gesetzliche Vorgaben.

Wenn EMV, Produktsicherheit und Cybersecurity zusammenwachsen

Moderne Produkte kombinieren Funkmodule, Software und Cloudanbindungen. Dadurch verschwimmen die Grenzen zwischen klassischer EMV-Prüfung, funktionaler Sicherheit und Cybersecurity. Hersteller müssen diese Aspekte zunehmend gemeinsam betrachten.

Genau hier setzt der Prüf- und Zertifizierungsansatz von TÜV SÜD an. Unternehmen aus Branchen wie Medizintechnik, Transport, Industrie oder Unterhaltungselektronik werden entlang des gesamten Produktlebenszyklus begleitet. Das reicht von frühen Entwicklungsphasen über Laborprüfungen bis hin zur Zertifizierung für internationale Märkte.

Eine wichtige Rolle spielen dabei entwicklungsbegleitende Tests. Durch sogenannte Pre-Compliance-Prüfungen lassen sich mögliche Probleme früh erkennen. Das reduziert Risiken und kann die Zeit bis zur Markteinführung deutlich verkürzen.

Moderne Prüfkapazitäten für komplexe Elektronik

Ein zentraler Bestandteil sind spezialisierte EMV-Labore und Absorberhallen. Dort lassen sich Emissionen, Störfestigkeit sowie Funk- und elektromagnetische Felder unter kontrollierten Bedingungen messen. Solche Prüfungen sind notwendig, um die Anforderungen der europäischen EMV-Richtlinie zu erfüllen und die Konformität eines Produktes nachzuweisen.

Darüber hinaus verfügt TÜV SÜD über zahlreiche Akkreditierungen und Benennungen. Dazu gehören unter anderem Anerkennungen durch die Deutsche Akkreditierungsstelle, die Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten, das Kraftfahrt-Bundesamt sowie die Bundesnetzagentur. Als Benannte Stelle begleitet das Unternehmen Hersteller auch durch formale Konformitätsbewertungsverfahren innerhalb der Europäischen Union.

Internationale Zulassungen werden zum strategischen Faktor

Für viele Hersteller endet Regulierung jedoch nicht an europäischen Grenzen. Produkte müssen häufig gleichzeitig für Märkte in Nordamerika oder Asien zugelassen werden. Entsprechend wichtig sind internationale Anerkennungen, etwa für die Vereinigten Staaten, Kanada oder Taiwan.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf neuen Sicherheitsanforderungen für Funkprodukte. Die Radio Equipment Directive entwickelt sich zunehmend zu einem zentralen Regelwerk für Cybersecurity. Delegierte Rechtsakte konkretisieren Vorgaben zum Schutz von Netzwerken, personenbezogenen Daten und digitalen Diensten. Hersteller müssen diese Anforderungen bereits in der Entwicklungsphase berücksichtigen.

Ergänzend spielen Programme für internationale Produkt- und Informationssicherheit eine größere Rolle, besonders in komplexen Lieferketten oder sicherheitskritischen Anwendungen.

Fachvortrag zur neuen Regulierung

Im Rahmen der Messe beleuchtet ein Fachvortrag von TÜV SÜD die aktuellen Entwicklungen rund um die delegierte Verordnung zur Radio Equipment Directive. Dabei geht es um praktische Auswirkungen auf Hersteller sowie um Prüf- und Zertifizierungsprozesse.

Die EMV Expo gilt als eine der wichtigsten europäischen Plattformen für elektromagnetische Verträglichkeit. Neben technischen Lösungen stehen zunehmend regulatorische Fragen im Mittelpunkt. Für viele Unternehmen entscheidet sich hier, wie schnell neue Produkte global auf den Markt gebracht werden können – und ob sie den steigenden Anforderungen an Sicherheit, Vernetzung und Compliance standhalten.

Ganzheitliche EMV-, Prüf- und Zertifizierungskompetenz für globale Märkte.
Foto: Foto Bernhard/TÜV SÜD

Ganzheitliche EMV-, Prüf- und Zertifizierungskompetenz für globale Märkte.

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