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IRIS: Roboter-Schwärme sollen auch ohne GPS handlungsfähig bleiben

Was geschieht, wenn autonome Roboter im Katastrophengebiet die Verbindung verlieren oder GPS ausfällt? Mit dem Forschungsprogramm IRIS sucht die Cyberagentur nach Technologien für robuste, selbstorganisierende Schwärme, die auch unter massiven Störungen weiterarbeiten können.

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Geschäftsmann mit mehreren Roboter-Symbolen zwischen seinen Händen
Foto: ©AdobeStock/Masque, KI-generiert

Autonome Roboter können dort Aufklärung, Transport oder Unterstützung übernehmen, wo Einsätze für Menschen zu gefährlich werden. Doch gerade in Krisen- und Katastrophensituationen fehlen häufig jene Voraussetzungen, auf die automatisierte Systeme angewiesen sind: stabile Kommunikation, zuverlässige Positionsdaten und berechenbare Umgebungen. Mit dem Forschungsprogramm IRIS will die Agentur für Innovation in der Cybersicherheit GmbH (Cyberagentur) deshalb neue Ansätze für widerstandsfähige heterogene Roboterschwärme entwickeln lassen.

Kommunikation und Navigation trotz Störungen

IRIS steht für „Robuste Interaktion robotischer Systeme in heterogenen Schwärmen für den Einsatz in Krisen- und Katastrophensituationen“. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie unterschiedliche autonome Systeme weiterhin koordiniert handeln können, wenn Kommunikationskanäle ausfallen, die Lokalisierung unzuverlässig wird oder externe Störungen die Zusammenarbeit beeinträchtigen.

Besondere Bedeutung haben dabei Eingriffe in das elektromagnetische Spektrum sowie Ausfälle oder Manipulationen satellitengestützter Navigation wie des Global Positioning System (GPS). Gefragt sind daher Schwärme, die sich selbst organisieren, Veränderungen erkennen und ihr Verhalten an eine gestörte Umgebung anpassen können.

Dabei untersucht das Programm nicht nur die Kommunikation zwischen einzelnen Robotern, sondern auch die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Schwarm.

Vom Ideenwettbewerb zum Forschungsprogramm

IRIS knüpft an den Ideenwettbewerb HAL2025 „Autonome intelligente Systeme im Schwarm“ an. Konzepte aus diesem Wettbewerb sollen nun in konkrete Forschungsarbeiten überführt werden. „Aus konzeptionellen Ansätzen und Wettbewerbsideen soll nun anschlussfähige Forschung entstehen, die wissenschaftliche Originalität mit sicherheitsrelevanter Wirksamkeit verbindet“, erklärt Dr. Eva-Maria Heinke, Referatsleiterin für Unbemannte Systeme und Robotik bei der Cyberagentur.

Das Themenspektrum ist bewusst breit angelegt. Gesucht werden Beiträge aus Robotik, Kommunikation, Navigation, Künstlicher Intelligenz (KI) und Mensch-Schwarm-Interaktion. Programmleiter Tom Weber formuliert den Anspruch entsprechend: „Wir erwarten Forschungsideen, die robuste robotische Schwärme unter realen Störbedingungen neu denken.“

Einsatz dort, wo Menschen gefährdet wären

Das Anwendungsspektrum reicht von Aufklärung und Lagebilderzeugung über Schutzaufgaben bis zu Transport- und Unterstützungsleistungen. Besonders interessant sind heterogene Schwärme, weil unterschiedliche Systeme ihre jeweiligen Fähigkeiten kombinieren können – etwa fliegende Drohnen zur Erkundung mit bodengebundenen Robotern für Transport oder Intervention.

Für Sicherheitsbehörden und andere Bedarfsträger könnten solche Verbünde vor allem dort relevant werden, wo menschliche Einsatzkräfte gar nicht oder nur mit erheblichem Risiko operieren können. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass ein Schwarm nicht schon durch den Verlust einzelner Kommunikations- oder Navigationsdienste weitgehend handlungsunfähig wird.

Demonstrator soll Praxistauglichkeit zeigen

Das Forschungsprogramm ist auf mehr als drei Jahre angelegt. Die entwickelten Technologien sollen abschließend in einem Demonstrator zusammengeführt und unter praxisnahen Bedingungen bewertet werden. Damit soll sich zeigen, welche Konzepte tatsächlich geeignet sind, robuste autonome Verbünde für sicherheitsrelevante Einsatzlagen aufzubauen.

Die Ausschreibung richtet sich an Forschungseinrichtungen und Unternehmen. Vorschläge können bis 6. Oktober 2026 eingereicht werden. Im Supplement zum Amtsblatt der Europäischen Union wurde das Verfahren unter der Auftragsbekanntmachungsnummer TED 539084-2026 veröffentlicht.

Die Cyberagentur wurde 2020 als Inhouse-Gesellschaft des Bundes unter gemeinsamer Federführung des Bundesministeriums der Verteidigung und des Bundesministeriums des Innern gegründet. Ihr Auftrag sind besonders innovative Forschungsprojekte mit hohem technologischem Risiko, aber zugleich großem Potenzial für die innere und äußere Sicherheit. IRIS folgt genau diesem Ansatz: Roboterschwärme sollen nicht nur autonom werden, sondern auch dann zuverlässig funktionieren, wenn ihre technische Umgebung versagt oder gezielt gestört wird.

https://www.cyberagentur.de/programme/iris/

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