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Cyberversicherungen ziehen Notbremse – Kommt die Pflicht-Cyberversicherung?

Die Bedrohung durch Cyberangriffe wächst rasant, doch viele Unternehmen sichern ihre IT unzureichend ab. Dies verursacht hohe wirtschaftliche Schäden und belastet den Versicherungsmarkt. Versicherer ziehen sich zurück, da Schadenszahlungen die Prämien übersteigen – eine gefährliche Entwicklung für Unternehmen und den Markt.

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Cyber security and insurance concept
Foto: ©AdobeStock/Mark

Der Rückzug von Versicherern wie AXA Deutschland zeigt, dass Cyberrisiken selbst für Branchenriesen zu groß werden. Cyberversicherungen sind mittlerweile ein unkalkulierbares Risiko. Viele Unternehmen schließen erst nach Angriffen eine Versicherung ab, wenn Schäden bereits entstanden sind. Eine verpflichtende Cyberversicherung könnte diesen Teufelskreis durchbrechen, IT-Sicherheitsstandards erhöhen und die finanzielle Stabilität sichern. Der Staat sollte wie bei Elementarversicherungen eine zentrale Rolle übernehmen, indem er Rückversicherungen unterstützt und klare Richtlinien vorgibt.

Erhöhung der IT-Sicherheitsstandards

Um sich für eine Cyberversicherung zu qualifizieren, müssten Unternehmen bestimmte Sicherheitsanforderungen erfüllen. Hier sind einige der denkbaren Maßnahmen, die Unternehmen regelmäßig umsetzen müssen, um den Sicherheitsanforderungen zu entsprechen:

  1. Regelmäßige Sicherheitsaudits durch externe Prüfer, um die Einhaltung aktueller IT-Sicherheitsstandards zu gewährleisten.
  2. Compliance mit Sicherheitsstandards wie ISO/IEC 27001 oder BSI C5 zur Sicherstellung robuster Sicherheitsmaßnahmen.
  3. Regelmäßige Penetrationstests, um Schwachstellen in den IT-Systemen frühzeitig zu erkennen und zu beheben.
  4. Incident Response Plan für klare Reaktionsmaßnahmen bei Cyberangriffen.
  5. Verschlüsselung sensibler Daten im Ruhezustand und während der Übertragung.

Diese Maßnahmen erhöhen nicht nur das allgemeine Sicherheitsniveau eines Unternehmens, sondern reduzieren auch die Eintrittswahrscheinlichkeit eines erfolgreichen Angriffs drastisch – letztlich führt dies zu geringeren Schadensfällen und langfristig stabileren Prämien.

Die Vorteile einer verpflichtenden Cyberversicherung

Eine verpflichtende Cyberversicherung würde das Risiko breiter streuen und langfristig zu niedrigeren Prämien führen. Insbesondere kleine Unternehmen hätten Zugang zu bezahlbaren Policen. Strengere Sicherheitsanforderungen, wie regelmäßige Überprüfungen, würden die Erfolgsquote von Cyberangriffen senken, wodurch der Versicherungsmarkt stabiler würde. Weniger Schadensfälle führen zu stabileren Prämien, was den Markt attraktiver macht. Zudem würde die Cybersicherheit durch strengere Auflagen und finanzielle Anreize nachhaltig verbessert und Angreifern das Handwerk erschwert.

„Wenn selbst führende Versicherer den Cyberversicherungsmarkt als zu risikoreich bewerten, ist das ein starkes Indiz für den Handlungsbedarf”, sagt Ari Albertini, CEO bei FTAPI. „Eine verpflichtende Cyberversicherung könnte nicht nur zur Stabilisierung des Marktes beitragen, sondern auch dazu führen, dass das Sicherheitsniveau in Deutschland auf ein neues Level gehoben wird.“ Ein ganzheitlicher Ansatz ist nötig, um Unternehmen besser vor digitalen Bedrohungen zu schützen.

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