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Ermittler schalten Bitcoin-Mixer cryptomixer.io ab

Deutsche und Schweizer Behörden haben einen der ältesten Geldwäschedienste für Kryptowährungen vom Netz genommen. Bei der Operation wurden digitale Vermögenswerte im Wert von 25 Millionen Euro beschlagnahmt.

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mehrere Bitcoin-Münzen vor schwarzem Hintergrund
Foto: ©AdobeStock/twilight mistv

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und die Kantonsstaatsanwaltschaft Zürich haben am Mittwoch letzter Woche die Plattform cryptomixer.io abgeschaltet. An der Operation waren laut Bundeskriminalamt (BKA) neben deutschen und Schweizer Behörden auch Europol, Eurojust sowie US-amerikanische und weitere europäische Ermittler beteiligt. Bei der Aktion beschlagnahmten die Behörden die Serverinfrastruktur sowie Kryptowährungen im Wert von rund 25 Millionen Euro.

Die Plattform war seit 2016 aktiv und zählte laut BKA zu den ältesten und größten noch bestehenden Bitcoin-Mixern. Solche Dienste ermöglichen es, Kryptowährungen anonym ein- und auszuzahlen und damit Geldflüsse zu verschleiern. Die Betreiber von cryptomixer.io setzten nach Angaben der Ermittler gezielt Maßnahmen ein, um die Rückverfolgbarkeit von Zahlungsströmen zu erschweren. Zudem hätten sie ausdrücklich auf Maßnahmen zur Identifikation ihrer Kunden verzichtet.

Diese Eigenschaften machten den Dienst zu einem beliebten Werkzeug für die Underground Economy, wie es in der Pressemitteilung heißt. Der Dienst erzielte einen Umsatz in Milliardenhöhe. Die Ermittler gehen davon aus, dass ein Großteil der dort getauschten Vermögenswerte kriminellen Ursprungs war. Den Betreibern wird gewerbsmäßige Geldwäsche sowie das Betreiben einer kriminellen Handelsplattform im Internet vorgeworfen.

Umfangreiches Datenmaterial sichergestellt

In der Schweiz beschlagnahmten die Behörden die zugehörige Serverinfrastruktur sowie mehrere E-Mail-Accounts. Dabei stellten sie umfangreiches Datenmaterial von einem Filehosting-Dienst als Beweismittel sicher und deaktivierten den zugehörigen Account. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen künftig zur Aufklärung weiterer Cyberstraftaten beitragen.

Die Ermittlungen leiteten die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main – Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) – und die Kantonsstaatsanwaltschaft Zürich gemeinsam. BKA und Europol brachten ihre Expertise im Bereich Cybercrime ein und bildeten ein gemeinsames Ermittlungsteam mit den Schweizer Behörden, der Stadtpolizei Zürich und der Kantonspolizei Zürich.

Täter noch nicht identifiziert

BKA-Vizepräsidentin Martina Link bezeichnete die Operation als weiteren Schritt bei der internationalen Bekämpfung von Online-Geldwäsche durch Krypto-Mixer. Die Behörden würden Cybercrime international koordiniert begegnen, digitale Spuren kombinieren und das Risiko für die Täter erhöhen.

ZIT-Leiter Oberstaatsanwalt Dr. Benjamin Krause erklärte, erneut sei der Ansatz der „disruptiven Strafverfolgung“ von organisierter Cybercrime erfolgreich umgesetzt worden. Auch wenn die handelnden Personen bislang noch nicht identifiziert werden konnten, stelle bereits die Abschaltung des kriminellen Dienstes und der Entzug erheblicher Vermögenswerte aus der kriminellen Szene einen relevanten Erfolg der Strafverfolgungsbehörden dar, so Krause.

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