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Sicherheitsbranche im Umbruch: Sicherheitswirtschaft bündelt politische Kräfte

BDLS, BDSW und VSW haben in Berlin ein gemeinsames Memorandum of Understanding unterzeichnet. Die führenden Verbände der Sicherheitswirtschaft wollen ihre Interessen künftig geschlossen vertreten – mit mehr Abstimmung, mehr Sichtbarkeit und mehr strategischer Wirkung.

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private Sicherheitskraft in belebter Straße
Foto: ©AdobeStock/Viktor

Die deutsche Sicherheitswirtschaft steht an einem Wendepunkt. Geopolitische Spannungen, wachsende Bedrohungslagen, Digitalisierungsschübe und ein chronischer Fachkräftemangel stellen Unternehmen wie öffentliche Einrichtungen vor steigende Anforderungen. Um die Branche in dieser dynamischen Lage schlagkräftiger aufzustellen, haben der Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen, der Bundesverband der Sicherheitswirtschaft und der Verband für Sicherheit in der Wirtschaft ein weitreichendes Memorandum of Understanding unterzeichnet.

Die Vereinbarung soll die gemeinsame Interessenvertretung auf eine neue Stufe heben. Die Verbände wollen Synergien nutzen, Aktivitäten stärker koordinieren und gegenüber Politik, Behörden, Wirtschaft und Medien mit einer einheitlichen Stimme auftreten. Damit entsteht eine Plattform, die der Branche mehr Sichtbarkeit, mehr Einfluss und mehr politisches Gewicht verschaffen soll.

Gemeinsame Stimme in geopolitisch unsicheren Zeiten

Alexander Borgschulze vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen betonte, wie notwendig eine engere Abstimmung geworden ist. Die Branche müsse angesichts wachsender Herausforderungen handlungsfähiger und konsistenter auftreten. Das Memorandum sei das Fundament, um Kräfte zu bündeln und gemeinsame Positionen wirksam und geschlossen zu vertreten.

Diese strategische Ausrichtung spiegelt sich auch in den Inhalten der Vereinbarung wider. Vorgesehen sind regelmäßige Abstimmungsformate zu sektorübergreifenden Entwicklungen, koordinierte Positionierungen, gemeinsame Stellungnahmen und eine engere politische Kommunikation. Auch gemeinsame Veranstaltungen, Fachforen und Initiativen sollen die Zusammenarbeit vertiefen und den fachlichen Austausch verstärken.

Sicherheit als wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Faktor

Der Präsident des Bundesverbandes der Sicherheitswirtschaft, Werner Landstorfer, hob hervor, dass die öffentliche Wahrnehmung der Branche gestärkt werden müsse. Sicherheitsunternehmen schützen kritische Infrastrukturen, Wirtschaftsbetriebe und Menschen – eine Aufgabe, deren Bedeutung angesichts hybrider Bedrohungen stetig wächst. Eine gemeinsame Interessenvertretung solle diesem Engagement mehr Nachdruck verleihen.

Auch Johannes Strümpfel vom Verband für Sicherheit in der Wirtschaft unterstrich, dass Sicherheitsfragen zunehmend strategische Relevanz für die gesamte deutsche Wirtschaft haben. Mit der verstärkten Kooperation werde eine starke Stimme gebildet, die diese Interessen gebündelt in politische Prozesse einbringt und den gesellschaftlichen Diskurs mitgestaltet.

Vertrauensvolle Partnerschaft mit langfristiger Perspektive

Das Memorandum of Understanding ist nicht nur eine politische Absichtserklärung, sondern ein organisatorischer Rahmen für eine dauerhaft angelegte Partnerschaft. Es tritt mit der Unterzeichnung in Kraft und gilt unbefristet – ein Signal, dass die drei Verbände die Zukunft der Sicherheitswirtschaft gemeinsam entwickeln wollen.

Mit der Vereinbarung entsteht ein strukturiertes Netzwerk, das die Expertise der Branche bündelt und deren zentrale Rolle für öffentliche und wirtschaftliche Sicherheit sichtbar macht. In Zeiten wachsender Risiken und einer sich rapide wandelnden Sicherheitslandschaft sendet die Sicherheitswirtschaft damit eine klare Botschaft: Zusammenarbeit ist der Schlüssel, um Deutschlands Schutzfähigkeit zu stärken und die Herausforderungen der kommenden Jahre erfolgreich zu meistern.

Werner Landstorfer, Präsident des BDSW (links), Johannes Strümpfel, Präsident des VSW (Mitte) und Alexander Borgschulze, Präsident des BDLS bei der Unterzeichnung des MoU für einen koordinierten Auftritt mit gemeinsamer Stimme.
Foto: BDSW

Werner Landstorfer, Präsident des BDSW (links), Johannes Strümpfel, Präsident des VSW (Mitte) und Alexander Borgschulze, Präsident des BDLS bei der Unterzeichnung des MoU für einen koordinierten Auftritt mit gemeinsamer Stimme.

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