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Verkehrssicherheit auf der Bremse: Unfallzahlen 2024 stagnieren – Vision Zero rückt fern

Das Statistische Bundesamt prognostiziert für 2024 Unfallzahlen auf Vorjahresniveau. Trotz zehnjähriger Bemühungen gibt es kaum Fortschritte. Besonders schwächere Verkehrsteilnehmer bleiben unzureichend geschützt. Der TÜV-Verband fordert Maßnahmen für mehr Sicherheit und eine gerechtere Verkehrsinfrastruktur.

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Unfall auf der Straße. Nahaufnahme eines Motorradunfalls auf der Straße
Foto: ©AdobeStock/VetalStock

Das Statistische Bundesamt hat die vorläufigen Verkehrsunfallzahlen für 2024 veröffentlicht. Auf Grundlage der Daten von Januar bis September zeigt die Hochrechnung: Die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten wird sich voraussichtlich auf dem Niveau von 2023 einpendeln. Trotz technologischer Fortschritte und umfassender Sicherheitsprogramme bleibt die Entwicklung der Verkehrssicherheit in Deutschland stagnierend – vor allem zu Lasten der schwächeren Verkehrsteilnehmer.

Fani Zaneta, Referentin für Verkehrssicherheit beim TÜV-Verband, betont: „Die Unfallzahlen geben keinen Anlass zur Freude. Insbesondere Fußgänger, Radfahrer, Kinder und ältere Menschen bleiben unzureichend geschützt. Wenn wir die Sicherheit dieser Verkehrsteilnehmer ernsthaft verbessern wollen, müssen wir unsere Verkehrsflächen gerechter verteilen und gezielt in den Ausbau einer sicheren Infrastruktur investieren.“

Zehn Jahre Stillstand: Ein ernüchterndes Fazit

Der Blick auf die letzten zehn Jahre zeigt eine klare Tendenz: Stagnation statt Fortschritt. Während 2014 noch 302.435 Unfälle mit Personenschaden registriert wurden, liegt die Prognose für 2024 bei rund 290.000 Fällen. Diese minimale Verbesserung von weniger als fünf Prozent über ein Jahrzehnt zeigt deutlich, dass bisherige Maßnahmen nicht ausreichen. Die Vision Zero, das Ziel einer Welt ohne Tote und Schwerverletzte im Straßenverkehr, rückt dadurch in immer weitere Ferne.

„Angesichts moderner Technologien, automatisierter Systeme und präziser Datenanalysen sind solche Zahlen schlicht inakzeptabel“, so Zaneta weiter. „Verkehrssicherheit ist kein Selbstläufer – sie erfordert politischen Willen, gesellschaftliches Engagement und mutige Entscheidungen.“

Forderungen des TÜV-Verbands

Um die Verkehrssicherheit nachhaltig zu verbessern, braucht es konkrete Maßnahmen:

  • Investitionen in eine sichere Infrastruktur: Ausbau und Modernisierung von Radwegen, Fußgängerzonen und sicheren Kreuzungen.
  • Gerechte Verteilung der Verkehrsflächen: Schwächere Verkehrsteilnehmer müssen stärker berücksichtigt werden.
  • Mobilitätserziehung und Aufklärung: Frühzeitige Schulungen für Kinder, ältere Menschen und Verkehrsteilnehmer fördern Sicherheit und Wachsamkeit.
  • Unbeirrtes Bekenntnis zur Vision Zero: Sicherheitsprogramme und gesetzliche Rahmenbedingungen müssen konsequent auf die Vermeidung von Unfällen ausgerichtet werden.

Fazit

Der Stillstand der letzten Jahre gefährdet Menschenleben. Die Unfallzahlen von 2024 sind ein Weckruf: Verkehrssicherheit darf nicht länger stagnieren. Nur durch gezielte Investitionen, klare Prioritäten und ein entschlossenes Bekenntnis zur Vision Zero kann der Straßenverkehr sicherer und gerechter gestaltet werden. „Stillstand ist keine Option“, warnt Zaneta, „wir müssen handeln – und zwar jetzt.“

Blaulicht
Foto: Linda Roy/Unsplash

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