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Schwachstelle Lieferkette entlarvt: Wie die Lieferkette zur IT-Zeitbombe wird

Viele Unternehmen sichern ihre IT-Systeme intern gut ab – aber übersehen dabei ein erhebliches Risiko: externe Partner. Validato zeigt, wie automatisierte Background Checks helfen, Insider-Bedrohungen frühzeitig zu erkennen, regulatorische Vorgaben zu erfüllen und die digitale Resilienz der Lieferkette zu stärken.

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Logistics and transportation of Container Cargo ship and Cargo plane with working crane bridge in shipyard at sunrise
Foto: ©AdobeStock/Travel mania

Moderne Lieferketten sind komplex, international und stark vernetzt. Ob im Maschinenbau, in der Automobilindustrie oder in der industriellen Fertigung: Unternehmen arbeiten täglich mit Dienstleistern, Subunternehmern und Zulieferern zusammen. Diese externe Zusammenarbeit ist oft geschäftskritisch – und zugleich ein blinder Fleck in vielen Sicherheitskonzepten.

Denn nicht nur interne Mitarbeitende können ein Risiko darstellen. Auch über Drittparteien können vertrauliche Informationen, Zugangsdaten oder Systeme kompromittiert werden. In der Fachsprache spricht man von Insider-Bedrohungen durch Dritte – eine Gefahr, die oft unterschätzt wird, aber hohe Schäden verursachen kann.

Hintergrundprüfungen als Pflichtaufgabe

Genau hier setzen regulatorische Vorgaben wie ISO 27001, TISAX (Trusted Information Security Assessment Exchange) und die europäische NIS2-Richtlinie an. Sie verlangen von Unternehmen, Risiken entlang der gesamten Lieferkette zu identifizieren und zu bewerten – ausdrücklich auch bei externen Partnern. Das bedeutet: Unternehmen sind nicht nur für die Sicherheit ihrer eigenen Systeme verantwortlich, sondern auch für jene ihrer Auftragsverarbeiter und Zulieferer.

Ein zentrales Element dabei sind strukturierte Background Checks, mit denen sich etwa Vorstrafen, Verbindungen zu Risikopersonen, sicherheitsrelevante Vorfälle oder Compliance-Verstöße frühzeitig erkennen lassen.

Validato: Automatisierte Drittparteienprüfung in der Praxis

Das Unternehmen Validato, Spezialist für Human Risk Management, hat eine Plattform entwickelt, mit der sich solche Hintergrundprüfungen automatisiert, skalierbar und DSGVO-konform durchführen lassen. Ziel ist es, nicht nur offensichtliche Risiken zu identifizieren, sondern auch versteckte Schwachstellen frühzeitig aufzudecken – und so die Angriffsfläche zu minimieren.

„Unsere Kunden erkennen zunehmend, dass Sicherheit nicht am Werkstor endet“, so Reto Marti, COO von Validato. „Ein fehlendes Screening bei Partnerfirmen kann zur Achillesferse der gesamten Lieferkette werden.“

Ein Praxisbeispiel zeigt die Wirksamkeit: Ein Automobilzulieferer nutzte Validato zur Überprüfung eines langjährigen Subunternehmens – mit überraschendem Ergebnis. Die Analyse deckte potenziell kritische Verbindungen zu unsicheren Drittnetzwerken auf. In der Folge konnte die Geschäftsbeziehung risikobasiert neu bewertet und abgesichert werden – bevor ein Sicherheitsvorfall entstand.

Compliance stärken – Vorfälle vermeiden

Ein wesentlicher Vorteil automatisierter Background Checks liegt in der Prävention: Unternehmen erhalten die Möglichkeit, Risiken zu erkennen, bevor diese zu realen Bedrohungen werden. Gleichzeitig lassen sich damit die Anforderungen von Zertifizierungen und Richtlinien wie TISAX, ISO 27001 oder NIS2 zuverlässig erfüllen – ein wichtiger Schritt zur rechtssicheren Absicherung der gesamten Wertschöpfungskette.

Besonders im Hinblick auf NIS2, die neue EU-weite Richtlinie zur Cyber-Resilienz kritischer und wichtiger Unternehmen, gewinnen solche Maßnahmen an Bedeutung. NIS2 verlangt explizit, dass Zulieferer und Dienstleister in die Risikobewertung und Sicherheitssteuerung einbezogen werden.

Sicherheit braucht Weitblick

Die zunehmende Vernetzung in der Industrie bringt nicht nur Effizienz, sondern auch neue Risiken mit sich. Unternehmen, die ihre Sicherheitsstrategie nicht auf interne Prozesse beschränken, sondern gezielt auch externe Partner einbeziehen, sind klar im Vorteil. Anbieter wie Validato liefern dafür praxisnahe Werkzeuge, mit denen sich menschliche Risiken in der Lieferkette erkennen, bewerten und minimieren lassen – automatisiert, skalierbar und rechtssicher.

Der Appell an Unternehmen ist klar: Wer seine Lieferkette schützen will, muss über den eigenen Perimeter hinausdenken. Denn in einer digitalisierten Welt endet Sicherheit nicht beim eigenen Mitarbeiterausweis – sondern erst beim letzten Glied der Lieferkette.

Quelle: Validato

Validato zeigt, wie Unternehmen durch gezielte Background Checks von Drittparteien ihre Lieferkette absichern – und dabei ISO 27001, TISAX und NIS2 erfüllen.
Foto: Validato AG

Validato zeigt, wie Unternehmen durch gezielte Background Checks von Drittparteien ihre Lieferkette absichern – und dabei ISO 27001, TISAX und NIS2 erfüllen.

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