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KI-Power für grüne Stromnetze: Wie KI die Energiewende radikal beschleunigt

Digitale Technologien werden zum Rückgrat der nächsten Phase der Energiewende. Eine neue Siemens-Studie zeigt: Unternehmen setzen zunehmend auf Künstliche Intelligenz und autonome Systeme, um Stromnetze widerstandsfähiger zu machen, den Ausbau erneuerbarer Energien zu beschleunigen und generell die Resilienz kritischer Infrastrukturen zu stärken.

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Energiewende
Foto: ©AdobeStock/Coloures-Pic

Laut Studie sehen 65 Prozent der Führungskräfte aus dem Energiesektor die Elektrifizierung als wirksamsten Weg zu Netto-Null-Energiesystemen. Über 70 Prozent der Befragten halten digitale Technologien, insbesondere Künstliche Intelligenz und Netzsoftware, für unverzichtbar. Sie gelten als Motor für die Integration erneuerbarer Energien, für bessere Energieeffizienz und für eine umfassende Elektrifizierung – drei entscheidende Faktoren für den Ausstieg aus fossilen Energieträgern.

Allerdings zeigen sich strukturelle Hürden: 73 Prozent der Unternehmen berichten, dass eine unzureichende Netzinfrastruktur die Elektrifizierung bremst. 58 Prozent geben an, dass Unsicherheiten über die künftige Ausgestaltung des Energiesystems Investitionen in saubere Technologien verzögern.

Autonome Systeme sollen Kosten senken und Zuverlässigkeit steigern

Für den Siemens Infrastructure Transition Monitor 2025 wurden 1400 Führungskräfte befragt. 59 Prozent der Vertreter des Energiesektors planen größere Investitionen in autonome Systeme für Stromnetze. 68 Prozent sehen darin einen Schlüssel zur Reduktion von Emissionen.

Rund drei Viertel der Unternehmen erwarten, dass sich ihr Geschäftsbetrieb in den nächsten drei Jahren durch Künstliche Intelligenz spürbar verändern wird. Ebenfalls 74 Prozent gehen davon aus, dass Künstliche Intelligenz dazu beiträgt, kritische Infrastrukturen widerstandsfähiger zu gestalten.

Der wahrscheinlichste Effekt aus Sicht der Befragten: autonome Systeme reduzieren Betriebskosten, erhöhen die Energieeffizienz und steigern die Zuverlässigkeit. Damit könnten sie zu einem zentralen Werkzeug werden, um Stromnetze fit für eine volatiler werdende Energieerzeugung zu machen.

Fortschritte ja – aber das Potenzial bleibt ungenutzt

Im Vergleich zur Vorgängerstudie aus 2023 zeigt der aktuelle Bericht deutliche Fortschritte: Beim Ausstieg aus fossilen Energieträgern, beim Ausbau großer Energiespeicher und bei der Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen wurden wichtige Entwicklungen erreicht. Doch der Spielraum bleibt groß.

Viele Unternehmen investieren weiterhin zögerlich – auch aus Sorge, dass politische Rahmenbedingungen und zukünftige Marktmodelle nicht ausreichend planbar sind.

Resiliente Netze erfordern digitale Modernisierung

Sabine Erlinghagen, Vorsitzende der Geschäftsführung von Siemens Grid Software, warnt vor der Trägheit alter Infrastrukturen: Eine veraltete Netzinfrastruktur gefährdet die saubere Energiewende. Digitale Technologien seien notwendig, um autonome Netze zu entwickeln, die Kapazitäten zu erhöhen und gleichzeitig Zuverlässigkeit und Resilienz zu verbessern.

Damit diese Entwicklung gelingt, müssen Regulierungen Schritt halten, Innovationen unterstützen und klare Signale für Investitionen in digitale Modernisierung setzen.

Studienrahmen unterstreicht globale Relevanz

Der Siemens Infrastructure Transition Monitor erscheint alle zwei Jahre und umfasst die Einschätzungen von 1400 Führungskräften und Regierungsvertretern in 19 Ländern. Er betrachtet Energie, Gebäude und Industrie – drei Sektoren, deren Transformation über Erfolg oder Misserfolg der globalen Energiewende entscheidet.

Die Ergebnisse senden eine klare Botschaft: Ohne digitale Systeme und intelligente Netze wird die saubere Energiezukunft kaum erreichbar sein. Mit ihnen jedoch lässt sich die Resilienz der Energiesysteme entscheidend stärken – und damit der Weg zu einer stabilen, nachhaltigen Versorgung ebnen.

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