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Bundeswehr und BSI rücken Kritische Infrastrukturen in den Fokus

Cyberangriffe, Sabotage und hybride Bedrohungen erhöhen den Druck auf Betreiber Kritischer Infrastrukturen. Bundeswehr und Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wollen deshalb enger zusammenarbeiten und die Resilienz zentraler Versorgungssysteme stärken.

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Überholung von deutschen Marineschiffen in einer Werft im Hamburger Hafen
Foto: ©AdobeStock/yourpix

Die Bundeswehr und das BSI bauen ihre Zusammenarbeit beim Schutz Kritischer Infrastrukturen aus. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Organisationen und Einrichtungen mit besonderer Bedeutung für das staatliche Gemeinwesen widerstandsfähiger gegen Störungen, Angriffe und Krisen werden können. Dazu kamen am 22. und 23. April 2026 Fachleute aus Verwaltung, Militär und IT-Sicherheit zu einem ersten Workshop zusammen.

Beteiligt waren unter anderem das Operative Führungskommando der Bundeswehr, das Kommando Cyber- und Informationsraum, der Bundeswehr-Dienstleister BWI sowie das Referat Nationales Verbindungswesen des BSI. Organisiert wurde die Veranstaltung vom Fachbereich Cybersicherheit bei Kritischen Infrastrukturen.

Resilienz wird zur sicherheitspolitischen Kernaufgabe

Der Schutz Kritischer Infrastrukturen gewinnt angesichts der angespannten Lage im Cyberraum weiter an Bedeutung. Energieversorgung, Wasserversorgung, Notfallversorgung und Lebensmittelversorgung gehören zu den Bereichen, deren Ausfall gravierende Folgen für Staat, Wirtschaft und Bevölkerung hätte. Sie müssen deshalb so aufgestellt sein, dass sie störenden Einflüssen widerstehen, sich schnell an veränderte Bedingungen anpassen und ihre Funktionsfähigkeit nach einem Vorfall rasch wiederherstellen können.

Gerade hybride Bedrohungen zeigen, dass Cybersicherheit nicht isoliert betrachtet werden kann. Angriffe auf digitale Systeme, Desinformation, Sabotage oder Störungen logistischer Abläufe können zusammenwirken und klassische Zuständigkeiten überschreiten. Damit steigt der Bedarf an enger Abstimmung zwischen zivilen und militärischen Akteuren innerhalb der nationalen Sicherheitsarchitektur.

Zivil-militärische Zusammenarbeit wird wichtiger

Die vertiefte Kooperation zwischen Bundeswehr und BSI ist deshalb mehr als ein organisatorischer Schritt. Sie zeigt, dass der Schutz Kritischer Infrastrukturen zunehmend als gesamtstaatliche Aufgabe verstanden wird. Technische Expertise, Lagebilder, operative Erfahrung und behördliche Koordination müssen ineinandergreifen, damit Risiken früher erkannt und Gegenmaßnahmen schneller eingeleitet werden können.

Beide Institutionen knüpfen dabei an eine langjährige Zusammenarbeit an. Ein Beispiel ist das Nationale Cyber-Abwehrzentrum, das bereits 2011 eingerichtet wurde und in den Räumen des BSI angesiedelt ist. Dort arbeiten verschiedene Sicherheitsbehörden zusammen, um Cyberbedrohungen zu analysieren und Informationen auszutauschen. Zudem stellt die Bundeswehr militärische Lagebeobachter im Nationalen IT-Lagezentrum des Bundesamtes.

Kritische Versorgung braucht belastbare Strukturen

Der Workshop markiert einen weiteren Schritt, um bestehende Strukturen zu stärken und neue Ansätze für mehr Widerstandsfähigkeit zu entwickeln. Entscheidend wird sein, aus dem Austausch konkrete Verfahren, belastbare Kommunikationswege und praxistaugliche Unterstützungsmodelle abzuleiten.

Denn Kritische Infrastrukturen müssen nicht nur gegen einzelne Cyberangriffe geschützt werden. Sie brauchen robuste Prozesse, klare Zuständigkeiten und belastbare Notfallkonzepte. Die engere Zusammenarbeit von Bundeswehr und BSI soll dazu beitragen, dass zentrale Versorgungssysteme auch unter Druck handlungsfähig bleiben.

Teilnehmende des Workshops zur Frage, wie Kritische Infrastrukturen durch intensivierte Zusammenarbeit von Bundeswehr und BSI besser geschützt werden können.
Foto: BSI

Teilnehmende des Workshops zur Frage, wie Kritische Infrastrukturen durch intensivierte Zusammenarbeit von Bundeswehr und BSI besser geschützt werden können.

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