DSEI Germany: Cyber wird zur strategischen Schlüsseltechnologie
Drohnen, Künstliche Intelligenz und Cyberabwehr werden für moderne Streitkräfte immer wichtiger. Als Partner der neuen Verteidigungsmesse DSEI Germany will Bitkom deshalb Digitalunternehmen, Bundeswehr, Sicherheitsbehörden und internationale Partner enger zusammenbringen.

Verteidigungsfähigkeit entscheidet sich längst nicht mehr allein an Personalstärke und klassischen Waffensystemen. Vernetzte Sensoren, Künstliche Intelligenz (KI), sichere Kommunikation und Cyberfähigkeiten prägen zunehmend Aufklärung, Führung und Einsatzbereitschaft. Vor diesem Hintergrund übernimmt der Digitalverband Bitkom die exklusive Verbandspartnerschaft für die Cyber & Information Zone der DSEI Germany.
Die internationale Verteidigungs- und Sicherheitsmesse findet vom 9. bis 12. März 2027 erstmals auf dem Messegelände Hannover statt. Das Format ist bereits mit Veranstaltungen in London und Tokio etabliert und soll in Deutschland zur größten Messe seiner Art werden.
Hybride Angriffe als wirtschaftliches Risiko
Die Partnerschaft verweist auch auf die wachsende Verwundbarkeit der deutschen Wirtschaft. Einer aktuellen Bitkom-Studie zufolge erwarten 74 Prozent der Unternehmen wegen der Spannungen zwischen Russland und der NATO eine erhöhte Gefahr hybrider Angriffe. 73 Prozent halten Deutschland im internationalen Vergleich für unzureichend vorbereitet. Nur zwölf Prozent bewerten das eigene Unternehmen als gut gewappnet.
„Verteidigungstechnologie entsteht heute nicht mehr nur in klassischen Rüstungskonzernen“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder. Digitale Technologien, IT-Sicherheit und Cyberfähigkeiten seien zentral für die Sicherheit Deutschlands geworden. Die Kooperation solle deshalb „die Innovationskraft der Digitalwirtschaft und DefTech-Startups direkt mit Bundeswehr, Sicherheitsbehörden und internationalen Partnern“ zusammenbringen.
Eigener Schwerpunkt für Cyber und Information
Die Ausstellungsbereiche der DSEI Germany orientieren sich an den militärischen Dimensionen der Bundeswehr. Vorgesehen sind die Bereiche:
- Land
- Luft und Weltraum
- See
- Cyber und Information
- Zulieferer und Schlüsseltechnologien
Die Cyber & Information Zone soll digitale Technologien als eigenständige Grundlage moderner Verteidigung sichtbar machen. „Digitalisierung schafft die neue Grundlage für Verteidigungsfähigkeit“, erklärt Bernd Kögel, Geschäftsführer der DSEI Germany. Mit Bitkom sei „die stärkste Stimme der deutschen Digitalwirtschaft“ als Partner beteiligt. Dies werde die inhaltliche Ausrichtung der Messe prägen.
Bitkom plant während der Veranstaltung Panels und Workshops zu digitalen Technologien, IT-Sicherheit und Cyberabwehr. Hinzu kommt ein eigener Stand innerhalb eines Gemeinschaftsauftritts für Mitgliedsunternehmen aus den Bereichen Verteidigung und Dual Use. Damit erhalten auch Anbieter eine Plattform, deren Technologien sowohl zivil als auch militärisch eingesetzt werden können.
Großformat für Europas Sicherheitsindustrie
Für die DSEI Germany sind rund 100.000 Quadratmeter Hallenfläche vorgesehen, das entspricht etwa einer halben CeBIT von 2015. Hinzu kommen weitere 25.000 Quadratmeter Außengelände. Neben großen Rüstungsunternehmen sollen insbesondere digitale Anbieter, junge DefTech-Firmen und spezialisierte Zulieferer angesprochen werden.
Die Kooperation mit Bitkom zeigt, wie stark klassische Verteidigungsindustrie und Digitalwirtschaft inzwischen zusammenwachsen. Cyberresilienz, Datenverarbeitung und KI werden damit nicht als Ergänzung militärischer Systeme präsentiert, sondern als Teil ihrer operativen Grundlage.



