Gebäudesicherheit wächst zur vernetzten Systemaufgabe
ASSA ABLOY zeigt auf der Security Essen 2026, wie digitale Schließtechnik, Zutrittskontrolle, Fluchtwegsicherung und Assetverwaltung zusammenwachsen. Im Mittelpunkt stehen flexible Nachrüstlösungen, IoT-Funktionen und eine noch nicht enthüllte Weltpremiere für eCLIQ.

Sichere Gebäude benötigen längst mehr als robuste Schlösser und einzeln gesteuerte Türen. Gefragt sind vernetzte Lösungen, die Zutritte kontrollieren, Fluchtwege überwachen, Schlüssel verwalten und sich ohne tiefgreifende Umbauten in bestehende Infrastrukturen integrieren lassen. Auf der Security Essen vom 22. bis 25. September 2026 präsentieren ASSA ABLOY Sicherheitstechnik, GfS – Gesellschaft für Sicherheitstechnik, Uhlmann & Zacher sowie TRAKA entsprechende Systemansätze.
Für besondere Aufmerksamkeit dürfte eine angekündigte Weltpremiere sorgen. ASSA ABLOY will erstmals auf einer Messe eine neue Entwicklung für das elektronische Schließsystem eCLIQ vorstellen. Technische Einzelheiten bleiben bis zur Veranstaltung vertraulich. Das Unternehmen kündigt jedoch eine Innovation an, die „neue Maßstäbe im Bereich mechatronischer Zutrittslösungen“ setzen soll.
Digitale Schließanlagen steuern weitere Systeme
Neue CLIQ-Leser für Innen- und Außenbereiche erweitern Schließanlagen über die klassische Türsteuerung hinaus. Sie können Drittgeräte wie Türöffner, Schranken oder Motorschlösser sicher ansprechen und vollständig in vorhandene CLIQ-Installationen eingebunden werden.
Der neue CLIQ Updater aktualisiert Schlüsseldaten über eine RS-485-Verbindung. Dadurch ist im Außenbereich kein separates Netzwerkkabel erforderlich. Die Lösung richtet sich besonders an dezentrale Standorte und Gebäude, in denen eine nachträgliche Verkabelung aufwendig oder unwirtschaftlich wäre.
SCALA verbindet Online- und Offline-Komponenten
SCALA net steuert vernetzte Zutrittskontrollen einschließlich Zeitprofilen, Zonenüberwachung und Aufzugsintegration. Ein modulares Lizenzmodell ermöglicht es, Funktionen schrittweise zu ergänzen. Unterstützt werden gängige Radio-Frequency-Identification-Technologien (RFID) sowie der offene OSS Standard Offline.
Neu hinzu kommt die Integration der batteriebetriebenen Clex-public-Komponenten von Uhlmann & Zacher. Ohne Verkabelung lassen sich damit zusätzliche Türen, Möbel oder sensible Bereiche absichern. Besonders im Gebäudebestand erweitert dies die Zutrittskontrolle, ohne umfangreiche bauliche Eingriffe zu verlangen.
Auch der neue Aperio DR100 zielt auf flexible Erweiterungen. Der Kartenleser mit integrierten Relais eignet sich für Haupteingänge, Drehsperren, Tore oder Ladezonen. Er unterstützt Online- und Offline-Anwendungen und lässt sich über die drahtlose Aperio-Technologie in bestehende Systeme integrieren.
Fluchtwege werden mobil überwacht
GfS verbindet den Türwächter Go erstmals mit Funktionen des Internet of Things (IoT). Ereignisse an Flucht- und Rettungstüren können mobil gemeldet sowie automatisch mit Zeit- und Standortangaben dokumentiert werden. Durch die Mobilfunkanbindung bleibt die Überwachung unabhängig vom Standort und von einer lokalen Netzwerkinfrastruktur.
Das modulare Konzept soll künftig auch weitere GfS-Produkte um IoT-Funktionen ergänzen. Damit entwickelt sich die Fluchtwegsicherung von einer lokalen Alarmierung zu einem zentral auswertbaren Sicherheitsbaustein.
Transparenz für kritische Infrastrukturen
TRAKA zeigt digitale Schlüsselschränke und Fachanlagen für Schlüssel, Geräte, Fahrzeuge und andere sicherheitsrelevante Betriebsmittel. Sämtliche Entnahmen und Rückgaben werden automatisch dokumentiert, Berechtigungen zentral verwaltet und Verantwortlichkeiten nachvollziehbar zugeordnet.
Davon profitieren besonders Betreiber kritischer Infrastrukturen (KRITIS), die hohe Nachweis-, Sicherheits- und Compliance-Anforderungen erfüllen müssen. Die lückenlose Zugriffsdokumentation kann unter anderem Prozesse unterstützen, die sich an der Norm ISO 27001 orientieren. Die Messepräsenz verdeutlicht damit, wie physische Sicherheit, digitale Verwaltung und regulatorische Anforderungen zunehmend zu einer gemeinsamen Architektur verschmelzen.

Mit dem CLIQ Updater lassen sich Schlüsseldaten schnell und sicher aktualisieren – ganz ohne Netzwerkkabel, einfach nachrüstbar und elegant in Türsprechanlagen wie Doorbird integrierbar.



