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Explosionen an Geldautomaten: Geldautomatensprengungen: Schäden weiter hoch

Geldautomatensprengungen haben auch 2023 immense Schäden verursacht. Trotz leicht gesunkener Fallzahlen bleiben die Sach- und Kollateralschäden auf einem Rekordniveau. Besonders betroffen sind Gebäude, Infrastruktur und die Versicherungsbranche, wie aktuelle Zahlen belegen.

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Nahaufnahme der Hand einer Frau, die Bargeld und Euro-Scheine aus dem Bankautomaten abhebt.
Foto: ©AdobeStock/AdriaVidal

Trotz eines leichten Rückgangs der Fälle bleiben die versicherten Schäden durch Geldautomatensprengungen auf einem hohen Niveau. „Im Jahr 2023 haben Versicherer rund 95 Millionen Euro für diese Schäden aufgewendet, davon etwa 20 Millionen Euro für gestohlenes Bargeld“, so Anja Käfer-Rohrbach, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin des GDV.

Besonders schwer wiegen die Kollateralschäden an Gebäuden und Infrastruktur. „Pro gestohlenem Euro Bargeld entstehen zwei bis drei Euro an Sachschäden“, betonte Käfer-Rohrbach.

Rückgang der Fälle, aber weiterhin hohes Risiko

Die Polizei registrierte im vergangenen Jahr 461 Fälle von Geldautomatensprengungen, 35 weniger als 2022. Mit bundesweit etwa 50.000 Geldautomaten bleibt die Bedrohung jedoch groß. Um die Täterstrukturen zu bekämpfen, initiierte Bundesinnenministerin Nancy Faeser 2022 eine Zusammenarbeit zwischen Polizei, Kreditwirtschaft und Versicherern. Ziel ist es, Sach- und Personenschäden durch präventive Maßnahmen zu reduzieren.

Präventionsmaßnahmen und Schutzkonzepte

Der GDV hat in einem technischen Leitfaden präventive Schutzmaßnahmen für Geldautomaten zusammengefasst. Dazu gehören:

  • Nachtverschlüsse für Selbstbedienungs-Foyers.
  • Einbruchmeldeanlagen und Videoüberwachung.
  • Geldscheineinfärbesysteme und Reduzierung des Bargeldbestands.
  • Strategische Standortwahl für Geldautomaten.

Zusätzlich benötigen Kreditinstitute spezielle Versicherungen, die nicht nur Sachschäden, sondern auch Verluste von Bargeld und Wertgegenständen abdecken. Der GDV bietet hierzu konkrete Lösungen an, um den Schutz vor kriminellen Angriffen zu verbessern.

Rückblick: Schadensentwicklung

Die Versicherungswirtschaft erfasste erstmals 2022 Schadenszahlen durch Geldautomatensprengungen. Damals lag die Schadenssumme bei 110 Millionen Euro, darunter 30 Millionen Euro für gestohlenes Bargeld. Obwohl die Zahl der Vorfälle zurückging, bleibt die finanzielle Belastung durch diese Angriffe weiterhin hoch.

Geldautomaten-Sprengung in einem Lebensmittelmarkt in Walldorf. Auch Teile der Innenausstattung wurden bei der Explosion beschädigt.
picture alliance/dpa/Rene Priebe

Geldautomaten-Sprengung in einem Lebensmittelmarkt in Walldorf. Auch Teile der Innenausstattung wurden bei der Explosion beschädigt.

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