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PMK-Statistik 2025: Politische Gewalt erreicht neuen Höchststand

Politische Gewalt, Hass im Netz und Angriffe auf Amtsträger verschärfen die Sicherheitslage in Deutschland. Die neue PMK-Statistik für 2025 markiert einen Höchststand an Delikten seit Beginn der Erfassung. Rechte Straftaten dominieren weiterhin – linke Gewalt wächst am stärksten.

3 Min. Lesezeit
Polizei benutzt Rauchbomben gegen Demonstrierende
Foto: ©AdobeStock/saksuvan

Die Zahl politisch motivierter Straftaten in Deutschland ist 2025 auf den höchsten Stand seit Einführung der Statistik im Jahr 2001 gestiegen. Das Bundeskriminalamt (BKA) registrierte 85.837 Delikte, ein Plus von rund zwei Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auch die politisch motivierten Gewalttaten nahmen zu: Sie stiegen um rund 1,2 Prozent auf 4.156 Fälle. Die Zahlen zeigen eine weiter angespannte Sicherheitslage, in der gesellschaftliche Polarisierung, Extremismus und digitale Radikalisierung zunehmend ineinandergreifen.

Laut Alexander Dobrindt verzeichnet der linke Phänomenbereich mit 42 Prozent mehr Gewalttaten einen besonders deutlichen Anstieg. Zugleich betonte Bundesinnenminister, „die mit Abstand meisten Delikte sind weiterhin rechten und rechtsextremen Tätern zuzuordnen“. Daraus folge, dass „die größte Gefahr aktuell vom Rechtsextremismus ausgeht“.

Linke Gewalt wächst besonders stark

Der Anstieg der Gesamtzahlen geht vor allem auf die Entwicklung im Bereich „Politisch motivierte Kriminalität (PMK)-links“ zurück. Dort erhöhte sich die Zahl der Straftaten um mehr als 35 Prozent auf 13.490 Delikte. Im Vorjahr waren es 9.971 Fälle. Noch deutlicher fällt die Entwicklung bei Gewalttaten aus: Sie stiegen um mehr als 42 Prozent auf 1.087 Delikte.

Trotz leicht rückläufiger Gesamtzahlen bleibt PMK-rechts mit 42.544 Straftaten der fallzahlenstärkste Bereich. Damit entfällt etwa die Hälfte aller erfassten PMK-Delikte auf diesen Phänomenbereich. Zugleich nahmen auch dort die Gewalttaten um mehr als sieben Prozent zu. Die Statistik beschreibt damit keine Entspannung, sondern eine Verhärtung an mehreren politischen Rändern zugleich.

Soziale Medien als Radikalisierungsverstärker

BKA-Präsident Holger Münch verweist auf die Rolle digitaler Plattformen. „Wesentliche Treiber von gesellschaftlicher Polarisierung sind Soziale Medien, über die Hass, Hetze und Propaganda verbreitet werden“, sagte Münch. Das beschleunige Radikalisierungsprozesse und könne „im schlimmsten Fall zu schweren Straftaten im analogen Raum“ führen.

Der Befund ist sicherheitspolitisch relevant, weil digitale Eskalation nicht im Netz endet. Drohungen, Feindbilder und Propaganda können reale Gewalt vorbereiten oder begünstigen. Hinzu kommt laut Münch eine wachsende Bedrohung von außen durch Cyberangriffe, Spionage, Sabotage und staatsterroristische Aktivitäten. Das BKA wolle deshalb seine Ermittlungs- und Zentralstellenkapazitäten weiter stärken.

Hasskriminalität bleibt ein Massenphänomen

Straftaten der Hasskriminalität verharren mit 22.159 Fällen auf hohem Niveau. Gemeint sind Delikte, die durch gruppenbezogene Vorurteile motiviert sind. Knapp ein Drittel dieser Taten wurde im Internet begangen. Besonders hoch bleibt die Zahl fremdenfeindlicher Straftaten mit 19.484 Fällen. Der überwiegende Anteil davon, 73,7 Prozent, wurde PMK-rechts zugeordnet.

Auch antisemitische Straftaten nahmen zu. Sie stiegen um 5,0 Prozent auf 6.548 Fälle. Fast die Hälfte davon, 47,2 Prozent, steht im Zusammenhang mit dem Nahost-Konflikt. Deutlich fällt zudem der Anstieg frauenfeindlicher Straftaten aus: Mit 819 Fällen und einem Plus von 46,8 Prozent wurde ein neuer Höchstwert erreicht. Queer-feindliche Straftaten stiegen um 12,8 Prozent auf 2.377 Fälle.

Angriffe auf Amtsträger und Polizei

Straftaten gegen Amts- und Mandatsträger bleiben mit 5.797 Fällen trotz leichten Rückgangs auf hohem Niveau. Das kommunale Monitoring zu Hass, Hetze und Gewalt gegenüber Amtsträgern deutet zudem auf eine hohe Dunkelziffer hin. Angriffe auf die Polizei nahmen um 4,7 Prozent auf 5.144 Fälle zu. Rund ein Drittel dieser Delikte wird PMK-links zugerechnet; dort stiegen die Gewalttaten gegen die Polizei um rund 45 Prozent auf 535 Fälle.

Erfasst werden die Daten im Kriminalpolizeilichen Meldedienst in Fällen Politisch motivierter Kriminalität (KPMD-PMK), einem gemeinsamen System von Bund und Ländern. Die aktuelle Statistik zeigt, wie breit die Bedrohungslage geworden ist: Rechtsextremismus bleibt der größte Fallzahlenkomplex, linksmotivierte Gewalt wächst besonders dynamisch, und Hasskriminalität prägt den digitalen wie analogen Alltag.

FAQ: Politische Gewalt

Was zeigt die PMK-Statistik 2025?
Die PMK-Statistik 2025 zeigt einen neuen Höchststand politisch motivierter Straftaten in Deutschland. Das Bundeskriminalamt registrierte 85.837 Delikte und 4.156 politisch motivierte Gewalttaten.

Was bedeutet PMK?
PMK steht für Politisch motivierte Kriminalität. Dazu zählen Straftaten, die aus politischen, ideologischen, religiösen oder gesellschaftlichen Motiven begangen werden.

Welche Straftaten dominieren die politische Gewalt in Deutschland?
Die meisten politisch motivierten Straftaten werden weiterhin dem rechten und rechtsextremen Spektrum zugeordnet. PMK-rechts bleibt mit 42.544 Delikten der fallzahlenstärkste Bereich.

Wo ist politische Gewalt 2025 besonders stark gestiegen?
Besonders stark gestiegen sind Gewalttaten im Bereich PMK-links. Dort nahm die Zahl der Gewalttaten um mehr als 42 Prozent auf 1.087 Fälle zu.

Welche Rolle spielen soziale Medien bei politischer Gewalt?
Soziale Medien verstärken Hass, Hetze und Propaganda. Sie können Radikalisierungsprozesse beschleunigen und dazu beitragen, dass digitale Feindbilder in reale Gewalt übergehen.

Wie viele Fälle von Hasskriminalität wurden 2025 erfasst?
2025 wurden 22.159 Fälle von Hasskriminalität registriert. Dazu zählen unter anderem fremdenfeindliche, antisemitische, frauenfeindliche und queer-feindliche Straftaten.

Warum sind Angriffe auf Amtsträger sicherheitspolitisch relevant?
Angriffe auf Amts- und Mandatsträger gefährden die demokratische Teilhabe. Wenn kommunale Vertreter, Politiker oder Behördenmitarbeiter bedroht werden, kann das politische Engagement vor Ort geschwächt werden.

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